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Bericht Zetor 5011 reparieren - Motor, Bremse, Hydraulik, Elektrik und mehr

Dieses Thema im Forum "Zetor 2011 - 7341 Major (UR1)" wurde erstellt von Joachim, 31.07.2012.

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  1. Joachim

    Crazy Zetor Fan Joachim Zetor Teilehändler Mitarbeiter

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    Und weiter...

    Heute hatte ich Hilfe, beim säubern des Motorblocks von Rost und Schmutz.
    20200418_144925.jpg
    ... da sag ich doch nicht nein. :D ;)

    War eine mal wieder ganz schön Arbeit. Aber es lohnt sich hier pennibel gründlich zu sein, schließlich soll er ohne Störungen wieder funktionieren.
    20200418_201509.jpg

    20200418_232233.jpg 20200418_232233.jpg 20200418_232354.jpg
    Sauberer wird es nicht...

    Erschreckend - die Rostauswaschungen von Laufbuchse 3 finden sich analog am Motorblock. Kühlerfrostschutz sollte eben doch regelmäßig erneuert werden. ;)

    Zur Reinigung wurde zuerst der lose Schmutz per Druckluft ausgeblasen, und anschließend mit viel Bremsenreiniger und Putzpapier sprühen, wischen, sprühen, ...
    Trotz aller Vorsicht und eingestopfter Putzlappen sind Krümel von Schmutz und Rost auf die Stößeltassen gefallen.

    20200418_195527.jpg 20200418_195533.jpg 20200418_195547.jpg

    Also alles raus... natürlich so das jede Stößeltasse nach dem reinigen wieder an ihren angestammten Platz kommt.
    20200418_201501.jpg

    Morgen geht's mit einem Waschtag am Waschtisch weiter. Alles putzen, was wieder rein soll und vorbereiten auf den Einbau. :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 18.04.2020
  2. oldtimerfreund

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    Frau diesmal nicht beim Haus-, sondern Motorblockputz

    Den Motorblock kannst du auch innen strahlen:ironie

    In einer Werkstatt wird nicht soviel Aufriss gemacht, da zählt -Zeit ist Geld-
     
  3. Joachim

    Crazy Zetor Fan Joachim Zetor Teilehändler Mitarbeiter

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    Im eingebauten Zustand... das üben wir erstmal an einer FN ... :D ;)

    Ja, und Kundenbindung... der soll ja wieder kommen müssen. Mich hetzt noch nichts. :)

    Ja ... und Frau putzt freiwillig, auf eigenes Veranlassen. Sie war mir heute ein guter Olaf. (Insider Scherz ;) )
     
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  4. oldtimerfreund

    Christian oldtimerfreund Admin Mitarbeiter

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    Einen kompletten Motorrad Motorblock inkl. aller Innereien, außen Sauber zu strahlen, das haben wirklich einige "Experten" fertig gebracht.
    Aua sowas zu sehen, das schmerzt, Strahlgut kommt immer irgendwo hinein.
     
  5. Joachim

    Crazy Zetor Fan Joachim Zetor Teilehändler Mitarbeiter

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    Unsere Freunde ausm Norden mit 5545 haben das beim Getriebe erlebt. Außen gestrahlt, und doch war am Ende innen viel rein gekommen... da hast dann leider "Spass". ;)
     
  6. Joachim

    Crazy Zetor Fan Joachim Zetor Teilehändler Mitarbeiter

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    Heute hab ich mich mal dem vorderen Ausgleichgewicht angenommen, was ja locker war.

    Also das Ding erstmal abgebaut und angeschaut.
    20200502_224741.jpg
    Wie man sieht, ordentlich eingearbeitet, so sehr, dass es locker wurde dadurch, denn die Befestigungsschrauben waren noch gut gesichert!
    Durch die schräge Abnutzung (vermutlich bedingt durch außermittige Montage, Vibrationen und vermutlich unzureichend angezogene Schrauben) führte auch schon zum Kontakt mit dem Motorgehäuse wie man gut erkennen kann:
    20200502_224639.jpg

    Ach, da hab ich glatt vergessen zu erwähnen wie man das Ausgleichgewicht im Motor gelöst und wieder fest bekommt.
    Die Idee kam von Matthias Pieper:
    PHOTO_20200502_125908.jpg PHOTO_20200502_125949.jpg
    Basis ist ein alter 14er Maulschlüssel. Der wird auf 80mm gekürzt und am abgeschnittenen Ende schweißt man 2 M10er Muttern (SW 19) auf um den Schlüssel beidseits mit Ratsche oder Drehmomentschlüssel benutzen zu können.
    Damit kann man nun sehr einfach das Gewicht aus und einschrauben, und - extrem wichtig, mit korrektem Anzugsmoment wieder einsetzen.
    Das korrekte Anzugsmoment habe ich aus der Werksvorgabe und einer Prüfschraube passend ermittelt. Zetor sagt, 35 bis 40 Nm, durch den verlängerten Hebel wegen des selbstgebauten Schlüssels, reichten am Ende 31 Nm am Drehmomentschlüssel um ca. 37/38 Nm an den Schrauben zu erzeugen.

    Aber nun erstmal weiter... das Ausgleichgewicht war also beschädigt, was tun? Ersatz gab und gibt es nicht, die Auflageflächen müssen aber geplant werden um das Gewicht wieder gerade zu befestigen.
    Also noch wiegen, bevor die Feile gezückt wird:
    20200502_224813.jpg

    Nun konnte gefeilt werden, wobei man sehr sauber arbeiten muss und nur so viel wie absolut nötig weg arbeiten sollte, denn der Platz im Motorgehäuse ist sehr knapp bemessen.
    20200502_224950.jpg

    Anschließend auf die Waage.
    20200502_224900.jpg

    OK, ca. 4-5g wurden abgefeilt, also muss irgendwie dieses Gewicht wieder an das Ausgleichgewicht dran.
    Ich hab mich nach einigem Überlegen und rechnen, wie viel Material durch den Verschleiß und mein feilen und den Gewichten nun fehlte, dafür entschieden ein neues Sicherungsblech zu bauen,was größer und 5g schwerer ist. Das alte war eh futsch, und passendes 1,0mm Blech fand ich im Schrottkontainer vor der Werkstatt.
    PHOTO_20200502_165156.jpg

    Alles wieder gewogen und einmal trocken anprobiert und für OK befunden.
    PHOTO_20200502_172057.jpg
    So, eingebaut ist es, gesichert mit Loctide Schraubensicherung mittelfest "Schlumpfwichse" ;) und den neuen Sicherungsblech.

    Nochmal prüfen ob alles passt, vor allem wo es eng zu geht...
    20200502_225111.jpg
    4mm sollten reichen, zuvor waren es 4,5mm beim lockeren Gewicht.


    Alles in allem hat das ewig gedauert, weil viele Zwischenschritte nötig waren. Aber ich bin zuversichtlich es wieder sicher befestigt zu haben, und nun geht's weiter mit den Laufbuchsen...
     
    Zuletzt bearbeitet: 2.05.2020
  7. Joachim

    Crazy Zetor Fan Joachim Zetor Teilehändler Mitarbeiter

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    ... heut gings an die Buchsen, fertig, los! :D ;)

    upload_2020-5-3_21-49-55.png upload_2020-5-3_21-47-23.png upload_2020-5-3_21-49-23.png

    Auspacken, entfetten, Dichtringe rauf, reichlich Motoröl ran und rein damit und das 3 mal...

    upload_2020-5-3_21-50-29.png

    Als nächstes ging es an die Pleuelstangen und nach etwas messen und abwägen hab ich mich nun doch für neue entschieden, bei den alten hätte ich neue Kolbenbolzenlager einpressen müssen, diese passend aufreiben und dann noch auswinkeln lassen... macht beim Preis von neuen Pleuel aktuell wenig Sinn. Daher neue - na ja, und weil die mich aus dem Regal im Lager so angelacht haben.

    Nach dem das Konservierungsfett abgewaschen war, glänzen die Drillinge noch mehr :D
    upload_2020-5-3_21-53-12.png
    Eine Wiegung ergab 2 bzw. 3 g Abweichung zwischen den Pleuel - absolut im Rahmen des erlaubten von max. 10 g je Pleuel.


    Die Tage kommen dann wieder Pleuelstangen, Kolben und Kolbenbolzen zusammen und dann auch in den Motor.
     
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  8. oldtimerfreund

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    Hast du das Material auch aus deinem Lagerbestand abgezogen?
    Denn die nächste Inventur kommt!
     
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  9. Joachim

    Crazy Zetor Fan Joachim Zetor Teilehändler Mitarbeiter

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    ???

    Ich beziehe meine Ersatzteile immer aus unserem Lager. Oder soll ich se vom Wettbewerber beziehen? :schreck:zufrieden2:zensiert
    Ich weiß nicht (wills eigentlich auch nicht wissen ;) :)) wie das andere machen, aber ich bekomme dann von uns auch ne normale Rechnung meist 1x im Quartal. Anders geht es eh nicht und muss es auch nicht. Ich unterstütze den deutschen Einzhandel gerne. ;) :hehe

    Dachtest du echt, die Teile werden einfach entnommen und dann ... ja was n dann? :eek: Dann fliegt uns die nächste Inventur um die Ohren und mir die flache Hand meiner besseren Hälfte. :lala
    Und genau deshalb muss das sauber laufen oder gar nicht, wir haben wenig Lust auf Mauschelspiele, auch nicht für uns selber. :like

    Ich muss mich sogar ab und an hinten anstellen, wenn Teile mal nicht ausreichend am Lager sind - Kunden gehen vor, da hilft mir auch der einheimischen Promi-Bonus nichts. :D ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 4.05.2020
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  10. Joachim

    Crazy Zetor Fan Joachim Zetor Teilehändler Mitarbeiter

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    Es geht endlich mal weiter...

    Vergleich, original Kolben vs. aktueller orig. Kolben-:
    PHOTO_20200515_190110.jpg IMG-20200515-WA0042.jpeg IMG-20200515-WA0040.jpeg
    PHOTO_20200515_190138.jpg
    IMG-20200515-WA0044.jpeg


    PHOTO_20200515_210935.jpg 20200515_183247.jpg PHOTO_20200515_195128.jpg
     
  11. Joachim

    Crazy Zetor Fan Joachim Zetor Teilehändler Mitarbeiter

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    Ich habe, um auch mal fertig zu werden nun nicht mehr von jedem Schritt Fotos gemacht. Daher hier nur kurze Stichpunkte was noch gemacht wurde:

    Alle Kolben/Pleuel montiert - Achtung, die Pleulzapfen müssen bei der Montage stehts oben sein, sonst verklemmen sich die Pleul des 1. und letzten Zylinders. Warum ich das sage - ratet mal. Der Mist ist mir das letzte mal vor 5 Jahren passiert und nun halt das zweite mal, aber wenigstens an meinem Schlepper. :D ;) Es hieß also zwischendurch: noch mal ein Kolben/Pleul raus und von vorn... auch mir passieren Fehler, wer hätte da gedacht. (ich! ;) )
    Danach ging es flott von der Hand. Alle Kolben/Pleuelsätze rein, auf die Montagerichtung achten und dann die Pleullager (immer eins nach dem anderen, und dann erstmal den Motor ne Runde drehen um zu sehen ob es gut läuft!) angezogen (90 Nm).

    Weiter ging es mit der Motorschmierölpumpe - ja, die alte orig. Zetor war nicht wirklich defekt, aber wenn ich mal dabei bin, hab ich doch gleich eine neue montiert (von Hylmet, Polen) weil einfach günstiger und ich mit deren Pumpen bez. Haltbarkeit noch keine negativen Erfahrungen hatte und ... einer muss es ja mal testen, nur so kann mans Kunden dann auch empfehlen. ;)
    Das Druckrohr der Schmierölpumpe, Quell des Druckverlustes, musste ich vor dem Einbau richten bzw. etwas strecken, erst dann saß es für mich zufriedenstellend tief in seiner Bohrung, das es auch drin bleibt und dicht ist.
    upload_2020-5-18_0-4-39.png upload_2020-5-18_0-5-0.png

    Dann die Ölwanne dran, wenig spektakulär, aber gefühlt 1.000 Schrauben. Sie wurde mit Dirko HT eingeklebt (könnt ihr auch bei mir bekommen).

    Weiter ging es oben, ehe die Köpfe drauf durften, musste eine Entscheidung gefällt werden: welche Kopfdichtung? 1,2mm oder 1,5mm
    Zetor sagt: bei einem Kolbenüberstand von 0,10 bis 0,50 mm soll die 1,2mm Dichtung drauf, und ab 0,51mm dann die 1,5mm Dichtung
    upload_2020-5-18_0-5-31.png
    Messuhr auf die Motoroberseite "nullen".

    upload_2020-5-18_0-8-50.png
    Kolbenüberstand im OT des jeweiligen Kolbens gemessen. Je Kolben an 2 Stellen ggü. liegend gemessen. Also 18 Messungen gesamt...

    Und wo ich schon dabei war, gleich mal noch den Laufbuchsenüberstand kontrolliert.
    upload_2020-5-18_0-6-22.png
    Dieser MUSS zwischen 0,03 und 0,08 mm betragen. Die Buchsen müssen also minimal höher stehen wie die oberseite des Motorblockes. Anmerkung - macht das bevor die Stehbolzen wieder drauf kommen, ich hatte die schon drauf, dadurch war es ungleich mehr gefummel mit der Messuhr (hatte ich mir von @oldtimerfreund ausgeliehen, da meine neue noch auf sich warten lässt, DANKE!)

    Am Ende habe ich mich für die 1,2mm Kopfdichtungen entschieden, da alle 3 Köpfe nur sehr knapp über der 0,51 mm Grenze Lagen und das Übermaß mit der Zeit eh eher noch etwas abnimmt durch Verschleiß.

    Also: Dichtungen drauf (schmaler Blechrand nach OBEN), Köpfe drauf, dann Wassersammler und Krümmer handwarm vormontiert um die Köpfe auszurichten. Dann die Köpfe nach Plan über Kreuz, kalt auf 172 Nm angezogen. Anschließend Krümmer und Wasserleiste fest gezogen.

    Dann wollte ich den Luftsammler montieren und dachte, HÄ???? wieso isn da in 2 Gewindelöchern Dreck (Erde) drin. Wespen-Alarm! Aber janz fix leer gemacht, gereinigt und weiter gings. Mutti-Wespe ging mir dann auf der Suche nach der Brut noch ne ganze Weile auf den Zeiger, aber sie hatte mich dann doch nicht unter Verdacht. Schwein gehabt. :D ;)

    Dann Düsen montiert, alle in dem Bereich, wo sie in der Hülse stecken reichlich mit Kupferpaste bestrichen, das beugt eine ganze Zeit lang Rost und klemmen vor. Auspufflack hielt dort zuvor nicht stand! Die Düsen hatte ich vorab noch kontrolliert und von 147 auf 162 bar neu eingestellt. Die 147 bar stammten noch von der alten original ESP. Ich hab ja aber nun die neuere vom 5211 drin, also können und müssen höhere Drücke her.

    Oben alles fertig, ging es an die Ölfilter - und die hab ich auch gleich auf Patrone umgerüstet. Warum? Weil das die Wartung erheblich vereinfacht und eine Rückrüstung auf original jederzeit möglich ist. Außerdem ist die Filterleistung deutlich besser nun.
    upload_2020-5-18_0-3-14.png

    Als letztes noch Flüssigkeiten drauf, Kühlwasserfertigmix von Mannol (blau, G11) und Motoröl von Addinol das MD(MV) 1034 ausm Fass.

    Dann war es kurz vor 20:30 und Sonntag... egal. :D ;)
    upload_2020-5-18_0-3-48.png
    Ein Video sagt mehr als tausend Worte:

    Gehe zu: https://youtu.be/PhgGY2hrx1k


    Fazit:
    er klingt wie ein neuer, kein schlagendes Geräusch mehr, ein runderer Lauf und vor allem erheblich weniger Rauchentwicklung, ja sogar praktisch keiner mehr, nach wenigen Sekunden. Sehr schön, ick freu mir. :D
     
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  12. Napi

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  13. Joachim

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    Endlich wieder komplett beisammen...
    IMG_20200520_233143_250.jpg IMG_20200520_233133_921.jpg

    Und dann endlich mal den Lenkhilfezylinder sauber auf Mittelstellung eingestellt (zog seit ich ihn habe minimal nach links).
    IMG_20200520_233101_957.jpg
     
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