• 5. Zetor Traktor Treffen 2021

Bericht Alten DDR Eigenbau Trailer gerettet...

Joachim

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Hi,

der hier ist mir zugelaufen und will wohl bleiben:
Trailer_01.jpg DSC_3109.JPG Trailer_Fahrwerk_01.jpg Trailer_02.jpg Trailer_Zugdeichsel-Bremse_02.jpg Trailer_Zugdeichsel-Bremse_01.jpg

Er ist Baujahr 14.01.1987, hat einen West-Brief und kein Typenschild - daher die Daten aus dem Brief:

Leergewicht: 320 kg
Gesamtgewicht: 1000 kg
Nutzlast: 680 kg

Fahrwerk:
- Drehstabfederachsen vom Wohnanhänger Bastei oder Intercamp (DDR)
- Wartburg Bremsen
- Wartburg Felgen (4 1/2 x 13 LK 4x160)
- Diagonalreifen: 6.00-13

Bremse:
- mechanisch ausgelöste, hydraulische Bremse auf alle 4 Räder
- Feststellbremse mechanisch

Es ist ein Kipp-Lader nach dem Karo-Trailer Prinzip und schaut mir für einen Eigenbau zu gut konstruiert aus. Aber laut Vorbesitzerin soll er für den DDR Rennsport genutzt worden sein, als Trailer für einen Wartburg Melkus. Auf Grund den Gewichtes von max. 1.000 kg kam als Zugfahrzeug zu DDR Zeiten wohl nur der große Fiat, Lada, Barkas oder Robur in Frage. Leider fehlen sämtliche Infos. :(

Hintergrund - zu DDR Zeiten wurde praktisch keine Tandemanhänger für Pkw produziert, das sollen alles Eigenbauten oder maximal Kleinserien gewesen sein. Speziell die Trailer waren wohl alle Einzelbauten weshalb jeder davon ein wenig was besonderes ist. ;)
Ich will damit auch mal den Trabant trailern und mein Heu fahren (3 Rollen gehen leicht drauf). :D

Hat vielleicht jemand aus dem Ost-Teil der Republik schon mal solch einen Anhänger gesehen? Oder Fotos davon gesehen?
 

LackiererPat

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Moin. Gesehen habe ich sowas noch nicht. Aber die Technik ist ja nett! Wie meine Bastei die ich kürzlich erst technisch komplett revidiert habe.
Nettes Ding. Aber der nutzen ist wirklich arg bescheiden. Schmale Spur und wenig Nutzlast.

Viel Spaß damit.
Mit freundlichen Grüßen
Pat
 

Joachim

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Die Spur ist breiter als die vom T4 - soo schmal ist er nicht. Ein Wartburg würde drauf passen, soll aber nicht. Bei mir ist er für Trabant und Heu vorgesehen, da tut er was er soll.

Die geringe Nutzlast, lass ich erst mal so stehen, denn ob die Achsen wirklich nur 500kg Traglast haben oder doch 750kg das weiß keiner, weil kein Typenschild und die geringe Traglast könnte auch den möglichen Zugfahrzeugen zu DDR Zeiten geschuldet sein. Was gab es schon groß, was 1 to ziehen durfte und was, was noch mehr durfte? Vielleicht mal aus der Perspektive anno 1987 betrachten. :lala :)

Er reicht locker für den Trabant, für 3 Heurollen und wenn man wollte für ne Seitenwagenmaschine oder 3 Motorräder. Das er nicht so breit ist wie aktuelle Trailer ist ok, dann hat man damit auf der Straße auch weniger Stress. Steuer 37 Euro, Versicherung 25 fürs Jahr. Mein Gott, gibt schlimmeres. :D ;)
 

Joachim

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Kann er aktuell nicht und ich immer öfter nicht so weit wie ich gerne würde. ;)
 

Napi

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Die Bremse ist ja einfach genial gemacht da muss man erstmal drauf kommen.
 

Joachim

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Ist identisch mit den Wohnwagen "Bastei" und "Intercamp" aus DDR Zeiten. Wenn ich mich nicht irre, wurden die aber vor der Wende noch nach und nach nur noch mit Seilzugbremse ausgestattet, weil wohl günstiger in der Produktion und Wartung.
Der hier hat die hydraulische Bremse noch, weil ja auch die Bremsen vom Wartburg stammen und die waren halt hydraulisch, mit mechanischer Feststellbremse :like
 

Joachim

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Und schon ist er zugelassen....

25 Euro Versicherung / Jahr
37 Euro Steuern /Jahr
Um- und Wiederanmeldung 62 Euro
Kennzeichen 14 Euro

Weißte Bescheid! :D ;)
 

Joachim

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Bremsenzeit...
DSC_3042.JPG
DSC_3043.JPG
DSC_3044.JPG DSC_3045.JPG DSC_3048.JPG DSC_3051.JPG DSC_3047.JPG DSC_3053.JPG

Und hier mal ein Schema der recht ähnlichen Bremse der Wartburg Hinterachse:
DSC_3054.JPG
 
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Dettl

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Aber es tut Not! :like :)
Spurverbreiterung made in GDR, wenn das der TÜVer sieht! :lol
 

Joachim

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:D

Ich hab da ne Theorie zu - der Anhänger lief original auf Trabantfelgen und irgend ein Honk hat die dann mal gewechselt und beim Wechsel gemerkt, scheiße die schleifen... Also mussten 3mm Spurverbreiterung her um das schlimmste zu verhindern. Das hätte aber kein Prüfer gesehen... ;)

Es werden also wohl doch wieder Trabant-Felgen drauf kommen und dann kann der Quatsch weg gelassen werden:
Wartburgfelge: 45 mm ET
Trabantfelge: 35 mm ET
... beide 13" und auf beide kann ein 155/70 R13 drauf.
:lala
 

Hagen_p

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Du bist doch echt schmerzpervers Joachim.
Hast wohl noch nicht genug alte Osttechnik auf dem Hof?

Die hydraulische Bremsgeschichte am Hänger ist der totale Mist. Habe beim Kumpel seinen Intercamp schon 2mal innerhalb von 4 Jahren dran rum geschraubt.
Entweder der Haupbremszylinder (Einkreis vom Trabbi glaube ich ich) hat ne Macke oder die RBZ lecken oder sind fest.
Und das Ganze für 700kg Zuladung. Und auch noch ein Zweiachser. Also 4mal Brems-, Lager- und Rädergeschiß. Da haben sie es aber sehr gut gemeint die Ostkonstrukteure.

Wenn du die RBZ neu machen musst empfehle ich dir ATE Bremspaste (wenn du sie nicht schon verwendest). Damit sollte die Festgammelnummer vom Tisch sein (so zumindest die Meinung im Barkasforum). Habe jetzt bei meinen Autos auch einmal rum neue RBZ und schön die Paste verwendet. Mal schauen was nächstes Frühjahr so los ist.

So ein W50 würde dir sicher auch noch gut zu Gesicht stehen. Kann man auch viel mit machen :):):)
 

Joachim

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Heute haben wir mal die Bremsen gemacht. Wir, das wären dann Christian (Forum-Cheffe) Erik (Vereinskollege) und meine Wenigkeit.

War am Ende dann doch mehr Aufriss als geplant, eine hydraulische Auflaufbremse auf 2 Achsen ist halt doch nicht so ganz ohne. Hier mal Fotos:
20180217_114314.jpg 20180217_114320.jpg 20180217_143950.jpg

Er bremst nun wieder, der HBZ war vorrangig völlig im Eimer, die Radbremszylinder wurden von uns teils überholt und teils ersetzt. Die Handbremse hat nun komplett neue Seile und morgen wollen wir den Kupplungskopf gegen einen neuen aus DDR-Produktion tauschen, das Stützrad erneuern und die Bremskinematik fertig stellen. Dann ist der zweite Anlauf zur Dekra-Prüfung angesagt. :)
 
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Tino Jentsch

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Ich kann mir vorstellen das es dazu Unterlagen gegeben hat bzw. noch irgendwo gibt.Ich hatte mal einen Bootstrailer der genau so aufgebaut war.
 

Joachim

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Eventuell gabs ein Baumuster, ein Bauplan oder sowas - aber der hier ist definitiv in Bitterfeld privat gebaut worden. Es gab auch von Anhängerbaufirmen Doppelachser. Aber da hab ich schon fast jede angeschrieben, alle verneinen es diesen hier gebaut zu haben.

Es spricht zu viel für Eigenbau:
- stimmige teils belegbare Vorgeschichte des Erbauers
- Achsen, die es so nicht gegeben haben dürfte (Drehstab wie TSA Achse, aber deutlich breitere Spur) und keinerlei Typenschilder oder Reste an den Achsen
- Bremsanlage, die in der Art so auch noch keiner in den einschlägigen Foren gesehen haben will (ich meine den Achsaufbau im speziellen und den Deichselaufbau) auch nicht in den WoWa Foren
- die eigenwillige Spurverbreiterung (Handgeschnibbelte Aluplatten)
- die dennoch innen schleifenden Räder (jetzt dank anderer Felgen und Reifen nicht mehr!)
- die original zu niedrig angesetzten Radkästen

Aber ich tät mich wie bolle freuen, wenn es doch noch einen 2. oder wenigsten was wirklich vergleichbares gab. Es soll ja einen HP1000 gegeben haben, der aber anders aussah, auch einen HP130.98 wo ich aber noch keine Bilder kenne. Beides Doppelachser aber beide offenkundig extrem rar. :ka:

Bilder von vorgestern und gestern noch:

Trailer_2018_ (7) (Mittel).jpg

gestern:
Trailer_2018_ (6) (Mittel).jpg Trailer_2018_ (8) (Mittel).jpg Trailer_2018_ (9) (Mittel).jpg

Was ich nun noch machen muss (u.a.):
Auflaufdämpfer kommt neu, ein Bremsschlauch soll noch neu, dann sind alle neu. Das Rad vorn links bekommt wieder die alten Bremsbeläge, da ich vermutlich Übermaßbeläge erwischt hab.

Wenn das durch ist, wäre alles TÜV relevante erledigt.
Stützrad ist neu (das Eigenbaustützrad made in GDR war leider überlastet worden und dadurch krumm), Spritzlappen auch (die alten fielen fast ab).

Was dann noch offen ist:
- entrosten, Farbaufbau, Teilverzinkung (Radkästen). Spanngurtsatz anschaffen, eventuell eine Winde, und Platz für ein Ersatzrad schaffen, Hohlraumversiegelung, Anhängerkabel gegen eine Silikonvariante ersetzen... :lala :D
 
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Joachim

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Probetransport. Ihr seht über 100 Jahre Automobiltechnik auf einem Fleck. :D ;)

Trabant P50/2 vom Kumpel Olaf.

Fahrverhalten ist 1A, läuft dank Drehstabachse sehr schön hinterher. Kein aufschaukeln, kein springen. Solider DDR Eigenbau, dieses Einzelstück.

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