News URSUS Traktoren - Bankrot! Ist dies das Ende?

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Hallo,

Nachdem vor wenigen Monaten bereits Hallen und Mitarbeiter von Ursus durch einen anderen Landtechnikhetsteller (Trioliet) übernommen
wurden, las ich vor kurzem diese Nachrichten:


Wie die englische Profi berichtet, blieben Rettungsversuche erfolglos und am Ende stehen rund 12 Millionen Schulden beim Traditionsunternehmen Ursus, das schon länger einen Schlingerkurs fuhr.

Das ist dann wohl das Ende, nach 125 Jahren, für Ursus.

So traurig das ist, könnte Zetor von einer Pleite von Ursus auf dem polnischen Markt profitieren, neben freilich allen anderen Marken.
 
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Joachim

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Naja - permanent neue Modelle mit immer neuen Kombinationen aus zugekauften Teilen ... das macht ja Zetor bisher nicht. Aber der Mangel an Schleppern über 160 PS ist sicher beiden gemein.

Ich staune, das bei Ursus noch kein chinesisches Unternehmen gekommen ist und sich den Namen und ggf. Patente geholt hat. Aber womöglich sind in Polen dahingehend die Gesetze etwas stringenter als in Deutschland. :ka:
 

Joachim

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Der Name wird verhökert wenn der Insolvenzverwalter durch ist... der versucht mit solchen Verkäufen dann die 12 Mille wieder rein zu holen. Ich denke mal der Name URSUS ist durch seine Herkunft auch mit Vorurteilen belegt gewesen, deswegen die zögerlichen Abnahmezahlen.

Optisch ist er ja schon an den China Modellen dran, gewesen, da wird sicher irgendwann Solis dran stehen.

Eine gute Platzierungen am Markt mit Schleppern bis 100PS und eigenen, zuverlässigen Komponenten, würde in der EU bessen ankommen, als wie wenn man als "kleines Licht" den großen, finanzstarken Firmen nacheifern will, es aber dann doch nicht so richtig schafft. Ich hoffe nur das Zetor mal nicht so "Größenwahnsinnig" wird und dann alles Geld in eine aussichtslose Großentwicklung geht.
 

Joachim

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Es gibt lukrative Nischen, mit denen sich wirtschaften lässt - siehe Lindner Traktoren in der Schweiz. Keine gigangtischen Stückzahlen, und scheint dennoch zu laufen.

Wir waren gestern mal wieder nahe Furth im Wald, und sind deshalb mal kurz bei Zetor vorbei gedüst ... das bekannte Bild. Zwei oder drei verwitterte Wegweiser kurz vorm Ziel, eine von Wind und Wetter deutlich angenagte Fahne und wenn man sich Mühe gab, konnte man 3 oder 4 Zetor erspähen. Das restliche Gelände wirkt wie die Zentrale eine durchschnittlichen Metallbaubetriebes (Blau-Weiße Hallen).
Dazu mal wieder Gespräche mit potenziellen Zetor Kunden nur 2 Orte von der Deutschland Vertretung entfernt, wo überlegt wurde den Zetor 3340 durch einen kleinen Major zu ersetzen, aber lauf Aussage des betreffenden nicht mal ein Testfahrzeug oder eine Probefahrt zu bekommen waren. Wenn Zetor das nicht bald begreift, dass man so keine Kunden gewinnt, sondern im Gegenteil - dem Wettbewerb in die (offneren) Arme treibt. Da wird das nichts mehr in Deutschland.

Für Polen habe ich da mehr Hoffnung, das Zetor die Probleme von Ursus nutzen kann - die Polnische Nierderlassung scheint weit flexibler und verkaufswilliger als die unsere zu sein und erkennt hoffentlich die Chance.


Soo schlecht war/ist der Ruf von Ursus nicht - aber durch deren Modell-Politik auch nicht gerade berauschend gut. Wobei man zuletzt dabei war, Fehler zu bereinigen und die Angebotpalette an Traktoren zu vereinheitlichen um endlich mal wieder ein Markengesicht zu generieren. Ein Punkt, den mMn. auch Zetor lange Zeit vernachlässigte und erst vor 2-3 Jahren mit Einführung des Pinin-Farina Style wieder zurecht rückt. Allerdings auch wieder etwas halbherzig - es reicht eben nicht, einen Tym rot anzumalen und Zetor drauf zu schreiben um ihn schon aus der Ferne als Zetor zu identifizieren. Ich hätte mir auch für die Kleinsten Zetor unter 60 PS das Familiengesicht gewünscht. Ebenso aber auch eine optionale gefederte Vorderachse beim Major und Proxima, sowie einen technisch verfeinerten Crystal mit 170 und 200 PS...

Zetor war bei seinen Nebengeschäften halt auch etwas kleverer, statt auf E-Busse, setzt man auf alte Tugenden und scheint im Military Vehicle Bereich durchaus erste Erfolge zu verbuchen. Man kann da geteilter Meinung sein, aber um Geld in die Kassen zu bekommen, vielleicht der bessere Schritt als den welchen Ursus wählte.
 

Markus5211

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Hallo zusammen,
mein Eindruck ist, Ursus hatte auch nicht mehr auf dem Heimatmarkt gepunktet. Wenn ich in Polen Ursus-Traktoren sehe, dann eher alte Modelle bis 50 PS. Ich reise seit 15 Jahren einmal im Jahr durch Polen. Von 2005 bis 2010 gab es an jeder Ecke Händler mit gebrauchten landwirtschaftlichen Traktoren und Maschinen aus Deutschland oder weiter westlich. Die sind heute größtenteils verschwunden. Dafür gibt es große Niederlassungen der üblich verdächtigen Marken wie Fendt, John Deere u.s.w.. Die Fläche pro Feld hat deutlich zugenommen, was für einen Konzentrationsprozess bei den landwirtschaftlichen Betrieben spricht. Dieses Jahr habe ich fast nur noch große bis sehr große Felder gesehen. Und ich habe viele neue Traktoren jenseits der 150 PS gesehen, mit den entsprechenden Maschinen. Da kam Ursus schon im eigenen Land nicht mehr mit Neumaschinen nennenswert vor. Auch habe ich keine Werbung von Ursus gesehen, von Zetor und den anderen schon schon.

BG Markus
 

Joachim

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Wenn man das so hört, muss da aber auch Zetor etwas aufpassen nicht den selben Fehler zu machen. :(
 

Joachim

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Die Insolvenz ist amtlich, ob aus dem Konzern noch mal kleinere Unternehmen raus kommen die Marktfähig sind, wird sich zeigen. Ursus war zu lange zu breit aufgestellt und halt sich mehrfach verhoben und nur durch Staatsgelder überlebt - diesmal wars halt das letzte mal.

Denke das sind Restbestände.
 
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