• 5. Zetor Traktor Treffen 2021

Frage Bremse nachstellen am Zetor 50 Super

richtungswender

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Hallo allerseits.
Ich hab da mal paar Fragen zur Bremse. Wenn ich das aus den Handbüchern richtig verstanden habe, wird bei Verstellung der Halbmonde Richtung Sitz die Bremsbeläge zur Trommel gedrückt? Weil bei mir ist der linke Halbmond auf Anschlag Richtung Sitz gestellt, rechts ist in etwa Mitte. Bisher bremst der Traktor rechts ziemlich bissig und stärker als links.
Die Trommeln lassen sich wohl ohne Demontage der Kotflügel nicht abmontieren? Falls ja wird das aufs Frühjahr verschoben :)

Gruß Robin
 

Dettl

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Hallo Robin,

Wir rollen mal von hinten auf:
Ja, die Bremstrommeln gehen ohne Demontage der Kotflügel nicht runter.

Der bequeme Schlosser/ Traktorist ( mich eingeschlossen) wird versuchen die Bremse von oben am Einstellmond einzustellen, um nicht unterm Traktor rumkrauchen zu müssen. So wird das nichts gescheites.

Mit dem Einstellmond werden die Bremsbacken nur grob zur Bremstrommel eingestellt. Er ist mit den Spreizbolzen, die die Bremsbacken oben lagern verbunden. Mit Auslenken des Halbmondes werden die Backen gegen die Trommel gespreizt, wobei unten die Backen weiterhin auf dem unbetätigten Bremsnocken ruhen.

099.JPG 100.JPG
Backenlagerung oben und unten

168.JPG
Spreizbolzen linke Seite voll ausgefahren, Einstellmond ist unten

Ich würde folgender Maßen vorgehen.

Beide Bremsdruckstangen zurückstellen (kurz drehen), das sich die Verbindungsbolzen gerade noch bewegen lassen.
Nun die Einstellmonde verdrehen, das beide Bremspedale sich etwa im unteren Drittel auf gleicher Höhe befinden (Rückzugsfedern am Kabinenbodenblech aushängen!)

274.JPG 273.JPG
links rechts
Fotos: Dettl

Nun weiß ich nicht welches " Handbuch" Du meinst, im RHB steht es falsch! In der BDA dagegen wird richtig geschrieben, linke Bremse Mond für mehr Bremswirkung nach unten, rechts dagegen für mehr Wirkung nach oben.

Die Feineinstellung muss dann an den Bremsdruckstangen erfolgen, um etwaige Bremsunterschiede re./li. auszugleichen.
Das heißt Bremsprobe machen, mithilfe der Druckstangen solange stellen, bis beide Seiten gleichmäßig bremsen/ blockieren.
Kann etwas dauern und man kriecht häufiger unter den Traktor. :argh
Bitte auch darauf achten, das die Backen nicht in den Trommeln schleifen bei ungebremst, dann Einstellmonde etwas zurückstellen und neuerlich mit den Druckstangen ausgleichen.

Gruß Dettl
 
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richtungswender

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Hallo Dettl,

danke für die Top Anleitung! Mir war daa auch aufgefallen das sich RHB und BDA widersprechen, aber jetzt weiß ich Bescheid. Da werd ich mich morgen mal ans Werk machen.

Gruss und besten Dank
Robin
 

Dettl

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richtungswender

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Hallo Dettl,
hab heute viel Zeit im auf und unter dem Traktor verbracht. Hab jetzt die Halbmonde bis auf Anschlag stehen und die Gewindestangen stehen auch kurz vorm Ende. Die Bremsbeläge sind demzufolge runter, aber er bremst erstmal gut und gleichmäßig. Werd dann in der warmen Jahreszeit mal neue Bremsbeläge drauf machen.

Gruss Robin

Hab nebenbei noch festgestellt das die Rückholfeder von Kupplungs- und einem Bremspedal gebrochen ist. Und die Feder vom Anhängerbremsventil ist zu lang(nicht original).
 
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Dettl

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Gut! :like

Feder vom Anhängerbremsventil ist zu lang(nicht original).

Fotos? :lala ;)

Es sind 2 Federn verbaut, einmal Fußbetätigung, in einer Art Rohr, nach außen nicht sichtbar. Zweitens an der Auslöseöse der Handbremse. Ist noch das originale tschechische Steuerventil der DruLu- Anlage dran oder umgerüstet auf ZT?

Ich habe auf ZT Bremsventil, mit leichten Modifikationen der Ansteuerung, umrüsten müssen, da die Ledermanschetten beider vorliegenden originalen Bremsventile defekt sind.

Dettl
 

richtungswender

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Hallo Dettl,

ich hab noch das tschechische Ventil dran. Problem ist bei Betätigung der Fußbremse, das zwar die Feder in der Hülse lang gezogen wird, aber die Stange nicht aus dem Ventil gezogen wird. Festgegammelt ist es nicht, mit einem Schraubenzieher als Hebel lässt sich das Ventil betätigen. Vielleicht ist die Feder zu schwach geworden?


Gruß Robin

20160115_113150.jpg
 

Dettl

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Ja Robin,

Die Feder der Ansteuerung durch die Handbremse ist tatsächlich nicht original, sollte aber der eigentlichen Funktion nicht entgegen stehen, solange diese bei entbremst nicht den Hebel auslöst und nur ohne sonderlichen Zug eingehängt ist. :)
Der Steuerweg des Ventils ist nicht sonderlich groß, schätze mal nur Einstellungsfrage oder doch leichte Schwergängigkeit durch Schmutz und Rost im ABV.

Ich hab gerade diese Anbauteile zum Lackieren draußen und paar Fotos gemacht.

293.JPG
Hier modifiziertes ABV vom ZT 300 mit Auslösefeder der Fußbremse unten und darüber Feder zur Auslöseöse Handbremse.

292.JPG

Der Unterschied zum Tschechischen Bremsventil ist äußerlich nicht so gravierend, zum Anbau an den Zetor fertigte ich nur eine neue Gabel an der Betätigungsstange, kürzere Distanzhülsen an den Schrauben der Befestigung zum Getriebe hin und eine neue Rohrleitung vom Kessel zum ABV, da dort nur ein Schlauch lag.

Funktioniert Deine Luftanlage zufriedenstellend?

Wenn bei eingeschalteten Kompressor die Luft über die Entlüftungsöffnung (zwischen den Befestigungsschrauben zum Getriebe hin) entweicht , wäre die Ledermanschette ebenso defekt.
Eine passende Manschette zum Einbau ins Bremsventil habe ich leider noch nicht gefunden.

Gruß Dettl
 
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richtungswender

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Hallo Dettl,
ja Luft pfeift bei mir auch ab. Kompressor ist auch etwas Ölundicht. Für die DDR Ventile gibt's ja Dichtsätze einzeln. So ein Ventil hab ich auch noch im Regal liegen, werd aber wohl ein neues aus CZ einbauen.

Gruss Robin
 

Joachim

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Hallo Robin,

in Tschechien gibts auch die Reparatursätze für die CZ Anhängerbremsventile - aber ich hatte wo es bei mir aktuell war keinen gefunden der die liefert. Müsste man mal auf nasetraktory.cz anfragen. :denk2: Ich versuch das mal. :like
 

richtungswender

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Hab jetzt das Anhängerbremsventil aus DDR Produktion eingebaut. Hatte ich als Ersatz für meinen Famulus im Regal liegen. Das gute Stück wurde mal regeneriert aber nie verbaut. Und es funktioniert gut, fehlt nur noch die passende Feder für die Handbremse. Ändern musste ich nur die vorder Aufnahme und kürzere Distanzhülsen, wie Dettl schon schrieb. Die Hülsen kann man auch belassen, man braucht dann aber um 1cm längere Schrauben.

Gruss Robin
 

Joachim

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Du musst nur warten, bis das Bild hoch geladen ist und unter dem Beitrag angezeigt wird. Dann würde theoretisch schon reichen das Thema zu speichern. :like
 

richtungswender

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Was mir noch Probleme bereitet sind die defekten Federn für Bremspedal und Kupplungspedal. Laut ET-Katalog sind das die gleichen. Aber die Federn passen nur an den Bremspedalen, am Kupplungspedal sind die zu lang. Mich stört auch das der Federbereich viel kürzer ist, als bei den alten Federn. Die Pedale lassen sich dadurch schwerer durchtreten. Ich werd mal schauen ob sich irgendwo passende Feder mit originalen Abmessungen und Optik finden.
Für das Kupplungspedal hab ich eine der Federn gekürzt, funktioniert soweit, brauch aber deutlich mehr Kraft.

Gruß Robin
20160121_124330.jpg
 

Joachim

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Hallo allerseits.
Sagt mal wie ist bei euch das Bremsdruckmanometer angeschlossen? Ich hab so ein Anschluss T-Stück am Anhängerbremsventil nur an der Zuleitung sprich Vorratsdruck(weißer Zeiger). Der Bremsleitungsdruck(roter Zeiger) ist bei mir nicht angeklemmt, das T-Stück dazu fehlt :bibber Oder gabs das original nicht? Ich fahre halt alles mit Drulubremse.
Falls noch jemand so ein Teil für mich hätte, wäre das Klasse.

Gruss Robin
 

Dettl

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Robin, mach es nicht so kompliziert, das T- Stück brauchst Du nicht. Du willst es wahrscheinlich in die Leitung zum Kupplungskopf einbauen. :)
Eigentlich leuchtet der Anschlusspunkt schon auf deinem Foto oben vom Anhängerbremsventil.
Die Leitung zum "roten Zeiger" am Manometer gab es so bei Zetor nicht, nur da du eine Anzeige vom ZT dran hast, kann die Leitung nachgerüstet werden. :like
Einfach den Verschlusstopfen ausschrauben, passendes Loch bohren, Gewinde einschneiden, passendes Anschlussnippel mit Alu- Dichtring einschrauben, Silberschlauch mit Manometer verbinden, fertig.
Ebenso hab ich´s gemacht, Funktion mit Anhänger geprüft, funzt gut.

042.JPG 043.JPG
044.JPG

Die kleine schwarze starre Rohrleitung geht zum Manometer (weißer Zeiger), der Silberschlauch zum zweiten Anschluss (roter Zeiger). ;):like:lala

Ach so, bitte an solchen Alu- Gehäusen auch Alu- Dichtringe verwenden, Cu- Ringe graben sich hier eher in das Material ein, da es härter als Alu ist, evtl. kann es zu Dichtheitsproblemen kommen.
 

Joachim

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Klärt mich mal jemand über die Zwei-Zeiger Geschichte auf? Wofür ist das gut oder praktisch oder informativ?

Weiß ist Vorrat - ok
Rot zeigt dann was an? Bremsleitungsdruck? Ist der normal nicht identisch mit Vorrat und fällt lediglich beim Bremsen ab? :denk2:

@Dettl
Deinen muss ich irgendwann auch mal live sehen. :like
 

Dettl

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Am Bremsdruckmanometer eines ZT 300 gibt es zwei Zeiger, der Vorratsdruck im Kessel (weiß) und der Druck in der Leitung zum Anhänger (rot) werden angezeigt. In ungebremsten Zustand sind beide Zeiger fast deckungsgleich, der rote etwas weniger, da die Einleitungsbremse den Anhänger nicht so weit füllt wie die Zugmaschine (aber einstellbar am Anhängerbremsventil).

046.JPG

Hier im sächsischen Hügelland mit längeren Gefällstrecken, ist diese Anzeige manchmal unerlässlich. Wie du schon richtig ahnst, kann man beim Bremsen den Druckabfall in der Leitung zum Anhänger sehen. Da die Einleiterbremse den Hänger beim Bremsen nicht füllt, muß man bei Gefällstrecken mit der Luft haushalten. Man tritt nur so stark aufs Bremspedal, das der rote Zeiger leicht sinkt und der Zug bergab leicht verzögert. Natürlich kann man stärker Bremsen, muß dann bei zu viel Bremswirkung wieder Lösen, die Luft des Anhängers verringert sich zusehens, da von vorn nicht genügend nachgeliefert wird. Wehe wenn der Berg noch nicht zu Ende und die Luft alle ist. :schreck :shock :beten

047.JPG

Hier Bremspedal mäßig betätigt. Bei weiterem Treten würde der Zeiger auf etwa 1-1,5 sinken.

In der Ebene alles kein Problem, hier an Bergen fahre ich meist noch mit Einstellung "halblast" am Hängersteuerventil um den Luftverbrauch zu verringern. Beim bergab Fahren ist die Gefahr meist groß vom schweren Anhänger weggedrückt zu werden, oder der Zug gerät durch blockierende Räder des Anhängers (meist auf Wiesen) außer Kontrolle.

Im ZT war es immer schön, große 3 drin, die Bremse leicht Treten, der Zeiger steht auf 5 und dann die langen Straßenberge hinabkullern. :zetor :rotwerd5
 

Joachim

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So schön erklärt ists einleuchtend. Stimmt schon das wir Flachlandtiroler hier was das Bremsen angeht etwas bevorteilt sind, da die höchsten "Berge" unsere Autobahnbrücken sind. ;)

Danke an den Erklärbär. :like :)
 
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