Frage Bandschwader aus Polen

Bad Kirchhofen

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Hallo in die Runde,

ich komme grad von der Wiese bzw. der Dusche nach dem Heuen und bin mehr oder weniger ratlos:
Unser alter Kombischwader ist nicht mehr der Beste; also habe ich vor 2 Monaten mal einen Bandrechenwender (Polen) gekauft.
Optisch i.O.
Gestern erstmals am IHC und heute am Z 5211 angebaut aber immer das gleiche Trauerspiel: obwohl der Schwader waagerecht dranhängt schmeißt er das Heu mit Dreck weit über das Schwadblech drüber und es staubt wie die Hölle. Dazu noch ein wenig Wind und das Heu liegt als ob man es hätte wenden wollen. Stellt man das Ganze nur etwas höher räumt er schon nicht mehr das Heu ab. Ich hatte mir also mehr versprochen.
Dann aber der Knaller: irgendwann wollte er nicht mehr räumen....2 Zinkenpaare hatten sich nach innen geklappt und die Führungstreben hat es leicht verbogen.

kann jemand sagen wo der Fehler liegt? Was habe ich falsch gemacht?

mit dem alten Kombischwader war das Trauerspiel in 30 Min beendet...ich bin etwas angefressen

Beste Grüße an die Außenwelt Stefan
 

Dettl

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Hallo Stefan!

Ohne aussagekräftige Fotos, oder besser doch Videos vom Einsatz, kann man dazu recht wenig sagen.
Beim Schwaden und Wenden kann man relativ viel falsch machen. Allein die Drehzahl der Kreisel macht bei Beiden viel aus.
Zusammenschwaden würde ich mit nur maximal 430 U/ min an der Zapfwelle, Wenden je nach ansteigender Trockenheit des Erntegutes, anfangs vielleicht bei 500, weiter dann absteigend mit weniger Umdrehungen, bis das Heu dann nur noch final zart gefördert wird.

Wenn am Neugerät, bereits schon einige Streben verbogen sind, stimmt die Einstellung doch nicht (zu tief), ...ist das Material zu dünn, ...ist der Oberlenker falsch eingestellt ( Sturz des gesamten Gerätes zu weit nach vorn).
Stützräder richtig eingestellt, mechanische Schwimmstellung der Unterlenker? :ka:

Einem Junglandwirt mussten kürzlich erst zwei Alttraktoristen zeigen, daß an einem Fendt 820, doch wirklich eine mechanische Schwimmstellung existiert. o_O
Angebaut war ein 12m Exaktstriegel !!! mit angerissenem Anbaubock. :haue2
 

Joachim

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Ins blaue geraten, ich hatte selber mal nen BRW E 211 Bandrechwender aus DDR-Produktion...

Beim wenden:
Gehe zu: https://www.youtube.com/watch?v=GzUfZ1ETzYU


Zu deinem Problem:
  • Band zu locker (hängt zu sehr durch)
  • Maschine läuft nicht in Waage (in Fahrtrichtung, Oberlenker anpassen)
  • Drehzahl zu hoch (gerade beim Schwaden mit dem Bandschwader maximal halbe Drehzahl - je brüchiger das Heu, desto weiter runter mit der Drehzahl!)
  • falsche Schleppzinken montiert
Fotos würden echt helfen...

Bei 540er Zapfwelle, Halbgas, Seitenstabilisatoren steif, Oberlenker im Langloch, Maschine in Waage (Fahrtrichtung) und korrekt gespanntem Riemen-Zinkenband sollte es funktionieren.

Zum Wenden kann (!) man mit etwas mehr Gas fahren, der Bandrechwender muss dann aber zur Wurfseite hin etwas hoch gestellt werden - generell neigen Bandrechwender beim Heu wenden und schwaden zum rollen des Heu, einer der Gründe warum ich meinen abgegeben habe, da bei viel Ertrag die Schwade wie ne Wurst gedreht wurden. Der einzige Vorteil war, das man ihn vorwärts und rückwärts fahren konnte.

Heut hab ich nen Kreiselwender (Deutz KS 85 DN, gut gebraucht gekauft) und bin happy. Deutlich mehr Leistung, saubereres rechen.

2 Zinkenpaare hatten sich nach innen geklappt und die Führungstreben hat es leicht verbogen.
Da hattest du ihn wohl zu tief - vielleicht auch schon viel zu tief gemäht, sieht man leider nur all zu oft.

Wie mans besser nicht machen sollte (Drehzahl zu hoch, zu tief, Stoppeln zu kurz:
Gehe zu: https://www.youtube.com/watch?v=oXGON1A4XYI
 
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Bad Kirchhofen

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Hallo,
endlich habe ich mal Zeit zu antworten.
Vielen Dank für Eure Hinweise und Tips. Nach einigem Überlegen, Bauen und Probieren kann ich seit gestern vermelden: läuft.

Was war der/ die Fehler?
Zuerst einmal: "Fehler 50" (also ich), zweiter Fehler: siehe Fehler 1....
Meine Kenntnisse der polnischen Sprache beschränken sich leider auf das "Guten Tag" und ein oder zwei unflätige Bemerkungen, so dass ich mit der Bedienungsanleitung nicht viel anfangen konnte. Ein Blick in dieselbe bracht mir jedoch Die Erkenntnis...man sollte die "Führungsarme" der Zinkenhalter untereinander tatsächlich so montieren wie auf dem (einen!) Bild beschrieben anbauen. Ich hatte sie in der flaschen Richtung montiert. (An dieser Stelle wird der shitstorm über mich hereinbrechen :D)
Also alles in die richtige Richtung montiert, den Oberlenker um 1 Position in der Halterung am Schlepper nach unten befestigt und mit etwas Spiel eingestellt, Hubwerk auf "M", niedrige Drehzahl, Radstützen auf Position 2 und los gings gestern. (Man muss sich halt etwas mit der Technik beschäftigen und Zeit nehmen um das technische Wunderwerk "Wirax" zu verstehen)

Fazit nach 1 Stunde Schwaden: Man ist nicht sonderlich schnell, bei kleinen Hügeln bleibt bauartbedingt etwas liegen, wenn das Wendegut dicker liegt wird schon mal etwas "wieder mitgezogen"
Aber: der Wender ist leise, räumt sauber (bei ebener Fläche) ab und legt brauchbare Schwaden zusammen, kann auch rückwärts schwaden und man hat mit ihm einen Wendekreis der faktisch dem des Traktors gleicht.

Heute nochmal die Schwade wenden und dann heute oder morgen einpressen.

PS: ich hatte vor 3 Wochen meine Heuma 4 bei Ebay Kleinanzeigen reingestellt und ratzfatz hat sich ein Abnehmer gefunden. Es gibt tatsächlich noch Leute die die gute alte Technik zu schätzen wissen; insbesondere wenn man größere Flächen abschwaden möchte. Der Käufer kam aus dem Harz (!) angefahren....
 

Joachim

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Und das bringt genau was? Richtig wäre "P" ;) M= dezente Oberlenkerregelung, das brauch man nur zum pflügen oder grubbern. Beim Bandrechen nimmt man P, wo keine Oberlenkerregelung statt findet. Aber keine Sorge, ist ne Seuche und viele betroffen. Vermutlich wird wegen fehlendem Hintergrundwissen halt einfach die Mittelstellung genutzt... :D ;) nicht böse gemeint. ;)


Aber schön das er läuft und du zum Heu machen kommst. :)
 

Joachim

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Und... wir wollen natürlich auch mal Fotos sehen... :D ;)
 

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Hallo Stefan,
mein Kumpel hat auch einen, Ziehen oder schieben Deine Führungsarme? Er hat keine Bilder und keine BA, nur eine Rechnung.
MfG Bernd
 

Bad Kirchhofen

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Hallo Bernd,
also die Zinkenarme „ziehen“ über die Wiese. Anderenfalls würde zu viel Spannung aufgebaut und das Heu würde wild umhergeschlendert. Mit dem Tip vom Achim „Stellung P“ klappt es wunderbar. Man kann mit dem Wender fast auf den cm über die Oberfläche gleiten….
Brauchst Du noch Fotos von der Anleitung?

und für mich ganz wichtig zu erfahren: an dem Teil gibt es bis auf die Räder keine Schmiernippel. Sollte man an den Rollen und Achsen nicht doch welche nachrüsten? Ansonsten laufen die Teile doch irgendwann trocken wenn man nicht schmieren kann…
 

Joachim

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An den Kegelrädern der Winkeltriebe sollten doch Schmiernippel dran sein, oder? Schau mal hier im Forum nach KH 40 DN, da sind Fotos von meinem drin. Der Mittelteil wird von Fließfett geschmiert.
 
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