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T-159 oder TIH 445, Hydraulik Ersatzteile

Hydrauleaker

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Hallo in die Runde!
Braucht von euch jemand Ersatzteile vom TIH?
Ich komme aus der Nähe von Bautzen und habe noch einen (nicht wirklich fahrbereiten) TIH stehen. Der war zwar bis zur Stilllegung voll funktionsfähig, aufgrund der guten Schrottpreise werde ich ihn aber demnächst verschrotten. Den Motor behalte ich mir aber! Habe außerdem noch einige Ersatzteile von einem zweiten TIH liegen, den die LPG im Nachbarort vor 15 Jahren verschrottet hat. Die Steuerschieber habe ich vor der Stilllegung sogar noch neu abgedichtet. Einen Greifer hätte ich ggf. auch noch. Falls jemand Interesse hat, meldet euch einfach.

Grüße

Roman
 

Frank.S.

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Hallo,
also ich würde Steuerschieber nehmen da bei meinem T-159 einer defekt ist und ein bekannter Werkstattmeister meinte es wären die selben.
 

richtungswender

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Zetor 50 super
Mein T159 läuft wieder. Da keine Briden aufzutreiben waren, hab ich welche anfertigen lassen. Preis war ok.
Hab dann auch noch paar andere Arbeiten erledigt. Neuer Hauptzylinder, neues Schockventil für die Drehentlastung(alte war defekt), neuen HBZ für die Sperre eingebaut. Die gibt es wieder neu! Autoteile Hoffmueller auf ebay ca 110Euro. Mit 38mm Kolben!

Gruß Robin
 

Joachim

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Und Fotos? :D
 

Frank.S.

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Hydrauleaker

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Hallo.
Wenn ich mich kurz zum Thema Drehwerk einmischen darf: ich weiß nicht, ob es beim T159 so ist, wie beim TIH, aber dort hatte ich u.a. zwei Probleme:

1. Die Öl-Anschlüsse am Drehwerkszylinder liegen unten. Wenn man Undichtigkeiten im System hat, durch welche Luft ins Öl eindringen kann, wird diese nur schlecht zum Tank mitgerissen und sammelt sich im Zylinder. Ich habe deshalb den Zylinder gedreht (Anschlüsse nach oben) und Kugelhähne zur Entlüftung eingebaut. Kann sein, dass ich da die Anschlüsse anpassen bzw. Löcher in Kabine und Rahmen bohren musste. Weiß ich nicht mehr.

2. Zur Begrenzung der Drehgeschwindigkeit sind in den Öl-Anschlüssen des Zylinders Drosselblenden eingebaut. Die bodenseitige Blende hat aufgrund der größeren Fläche des Bodens im Vergleich zur Stangenseite eine größere Bohrung. Beim Ausfahren des Zylinders ist das kein Problem. Beim Einfahren mit großer Last am Ausleger "zieht" diese Last an der Ölsäule. Da kann es dazu kommen, dass durch die große Drosselbohrung an der Bodenseite das Öl schneller abfließt/ausgesogen wird, als durch die kleine Bohrung an der Stangenseite durch die Pumpe "eingedrückt" werden kann. Es kommt zur Kavitation (Dichtungen und Metallflächen gehen kaputt) und/oder Luft wird durch die ggf. bereits angegriffenen Dichtungen eingezogen. Diese Luft bewirkt dann das Spiel im Zylinder. Ich habe deshalb zwei Drosselrückschlagventile eingebaut und die Drosselblenden rausgehauen. Diese Drosselrückschlagventile begrenzen jeweils nur den AUS dem Zylinder abfließenden Ölstrom und lassen das EINströmende Öl über das Rückschlagventil ungedrosselt rein.

3. Die Lastspitzen beim Stoppen der Drrhbewegung habe ich durch jeweils einen kleinen Membranspeicher an Boden- und Stangenseite abgefangen. Dadurch werden die Spitzenkräfte auf das Drehwerk sehr gut eliminiert.

Falls jemand günstige Hydraulikteile braucht:

hydraulikamobilna.pl (viel Hydraulik) bzw.
sklepdlarolnika.pl (Landwirtschaftsbedarf und Werkzeuge allgemein)

Ist jeweils derselbe Händler aus Polen. Die verkaufen auch bei eBay als Hydrotechnik24. Die o.g Shops versenden auch nach Deutschland.

Mit Smartphone und Google Übersetzer macht das Schmökern bei den beiden Seiten richtig Spaß, haben schöne Sachen. Achtung: der Google Übersetzer ersetzt Złoty einfach durch €. Der Kurs ist aber ungefähr 1€ = 4,50 Zł. Da müsst ihr genau hingucken. Am besten mal probeweise den Übersetzer ausschalten und gucken, welche Währung angezeigt wird.

Falls jemand noch Fragen zur Hydraulik hat, einfach fragen - ist mein Steckenpferd.

Grüße

Roman
 

richtungswender

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Zetor 50 super
Das Drehwerkentlastungsventil hat beim T159 ein Druckbegrenzungsventil und 4 Rückschlagventile. Bei mir war ein Ventil kaputt, dadurch drehte das Drehwerk nach rechts ewig nach, nach links gings normal. Die neuen Schockventile haben 2 Begrenzungsventile, also für jede Drehrichtung eines. Diese kann man auch separat einstellen. Bei ebayk aus LPG Lager Neuware 22Euro ergattert(keine DDR Ware mehr). Das alte Teil einfach mit Blindverschraubung dicht gemacht.

Gruß Robin
 

Hydrauleaker

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Guten Morgen zusammen!

Robin hat vollkommen recht, das alte Drehwerksentlastungsventil ist ein Druckbegrenzungsventil ("DBV" mit druckentlastetem Federraum) mit 4 Rückschlagventilen, siehe Bild:
1618902563072.png


Die unteren Rückschlagventile sind dafür da, die (aktuelle) Hochdruckseite des Zylinders mit dem DBV zu verbinden und das "Überdruck- Öl" abzuführen.
Die oberen dienen dem Nachsaugen: Wenn das Öl auf der Hochdruckseite über das DBV aus dem Zylinder verdrängt wird, bewegt sich ja der Kolben und auf der gegenüberliegenden Seite muss Öl zugeführt werden. Und genau hier müsst ihr aufpassen! Die "normalen" Doppel-Schockventile mit 2 Anschlüssen (diese Anschlüsse können auch durchgebohrt sein und sozusagen 4 Einschraubanschlüsse bilden) eignen sich NICHT! Die sind nur für Gleichgangzylinder (mit zwei Kolbenstangen) oder Hydromotoren geeignet. Dort ist nämlich das über das DBV abfließende Ölvolumen gleich dem Ölvolumen, welches auf der Niederdruckseite wieder benötigt wird. Siehe Schaltbild:

1618903045413.png

Bei diesen Ventilen wird das Öl sozusagen einfach von der Hochdruck- auf die Niederdruckseite geführt, bis die Druckspitze abgebaut ist.
Beim normalen "Differential"-Zylinder (also die stinknormalen, die man so kennt) funktioniert das aber nicht. Da ist entweder Öl übrig oder es fehlt welches. Deshalb kann es da trotzdem zu den negativen Erscheinungen kommen, die ich im Thread oben beschrieben habe (Luftansaugen über Dichtungen, Kavitation, ...). Im originalen Schaltbild oben aus dem Prüfbericht von Potsdam-Bornim (der ist zwar vom TIH, aber T159 müsste ja dasselbe sein - hat Robin ja geschrieben) seht ihr, dass das Ventil 3(!) Anschlüsse - nicht nur 2 - hat:

1. Zylinder stangenseitig
2. Zylinder bodenseitig
3. Tank

Deshalb braucht ihr folgendes Ventil:

Bsp. Oleodimamica Typ "VAUAC":

1618903417126.png

P1 und P2 gehen zum Steuerschieber, T zum Tank. Das entspricht der Funktion des originalen Ventils, nur mit zwei DBVs. Es gibt irgendwo auch noch ein Ventil, welches wie das originale aus DDR-Zeiten auch 4 Rückschlagventile hat und nur ein DBV, aber das finde ich auf die Schnelle gerade nicht.
Dieses VAUAC-Ventil (3/8" mit 45 l/min müsste eigentlich reichen) kostet aber über 100€. Alternativ kann Man(n) - bevorzugt der gelernte DDR-Bürger - sich das aus zwei normalen DBVs und zwei Rückschlagventilen (aufpassen: den niedrigsten Öffnungsdruck nehmen, den ihr bekommen könnt) selber bauen. Teile hierzu gibt es ja günstig bei hydraulikamobilna.pl

Ich glaube, ich habe von meinem TIH noch dieses originale Ventil rumliegen. Ob es geht, weiß ich nicht. Wenn das jemand haben will, bitte kurz melden. Ich brauche es ja nicht mehr.


Grüße

Roman
 

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Hydrauleaker

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Ich liebe Hydraulik! ;)

Achso: ihr könnt auch das nehmen:


(dann gleich 1/2"-Anschlüsse, 70 l/min, für 48€ brutto)

und mit 2 Rückschlagventilen extern verrohren:


(auch 1/2" für 4€ brutto)

Die Rückschlagventile haben einen Öffnungsdruck von (0,4...0,7) bar. Vielleicht kann man auch die Feder rausnehmen, dann ist der Druck noch geringer. Müsste man probieren, ob sie dann noch sauber schließen.
 

Frank.S.

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Also kann man die ganzen Ventile einzeln austauschen? Hat jemand passende Literatur dazu? Zu der TGL- Norm habe ich nichts gefunden im Gegensatz zu vielen anderen in dem Bagger verbauten Hydraulikkomponenten.
 

Hydrauleaker

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Falls jemand ein VAUAC - wie oben beschrieben - kaufen will: Hier das VAUAC als 1/2"-Variante aus einem italienischen Shop:


Kostet 97€/netto.

Die Standart-Variante hat einen Druck-Einstellbereich von 10-180bar und ist werkseitig auf 90 bar eingestellt. Zum Einstellen im Kran würde ich so vorgehen:

- Eine Einstellschraube des VAUAC auf Anschlag reindrehen, da habt ihr erstmal diese eine Seite auf 180bar eingestellt
- ein zweiter Mann fährt das Drehwerk auf Anschlag, eine Seite, egal welche und hält den Hebel gedrückt
- wenn es dann unten am VAUAC zischt, dann habt ihr glücklicherweise die richtige Seite erwischt und das Öl pfeift bei 90bar zum Tank. Das DBV des Haupt-Steuerschiebers bleibt ja in diesem Fall geschlossen, weil 150...160bar höher sind, als 90
- wenn das Öl nicht am VAUAC abpfeifet, sondern im DBV des Steuerblocks, dann das Drehwerk mal gegen den anderen Anschlag fahren und gedrückt halten
- jetzt müsste es aber im VAUAC zischen
- die Schraube mit den originalen 90bar (darüber fließt ja jetzt das Öl zum Tank) soweit reindrehen, bis das Öl nicht mehr über das DBV des VAUAC abfließt, sondern über den Steuerschieber
- evtl. noch etwas tiefer einschrauben, damit ihr vielleicht so 10...15(?)bar - keine Ahnung - über dem DBV des Steuerschiebers seid. Das müsst ihr anhand der Umdrehungen, die ihr so gemacht habt, abschätzen
- dasselbe jetzt für die andere Seite

Wenn ihr aber eh mal alles aufhabt, dann könnt ihr euch auch gleich eine Messstelle am Eingang des Steuerschiebers (also die Leitung von der Pumpe) einbauen und mal die Einstellung der Steuerschieber prüfen. Ist Geschmackssache... Da wisst ihr gleich, wie es mit der Pumpe und den Zylindern steht. Die könntet ihr dann mal nacheinander abdrücken und prüfen, ob die alle Druck bringen. Falls nicht, muss es jedoch nicht zwingend an den Dichtungen der Zylinder liegen. Können auch falsch eingestellte Rohrbruch- und Lasthalteventile sein. Egal. Kann jeder machen, wie er lustig ist.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Ich bitte um Entschuldigung! Es sind 120 bar einzustellen!
Siehe Reparaturanweisung TIH, habe alle Dokumente zum TIH als PDF, falls jemand etwas braucht.

1618910176900.png
1618910196483.png

Beitrag automatisch zusammengeführt:

So eins war bei mir drin:
1618910299447.png
 
Zuletzt bearbeitet:

richtungswender

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Zetor 50 super
Also bräuchte man auch nur das einfache Vau Ventil mit den den doppeltem DBV und macht auf Seite 1 und 2 je ein T-Stück mit Rückschlagventil, Durchlassrichtung zum DBV hin. Die Einlassseite beider Rückschlagventile mit Tankrücklauf verbinden. So kann Öl nachgesaugt werden. Zu viel Öl würde ja über das DBV wieder raus gelassen. Es würde dann das Drehwerk nicht ganz gleich ausdrehen, aber das stört kaum.

Soweit meine Gedanke
 

Hydrauleaker

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Genau!

Ob nun

--- VMPD + Verrohrung + Rückschlagventile ---

gegenüber einem fertigen

--- VAUAC ---

Sinn machen, muss jeder für sich entscheiden. Verschraubungen und Rückschlagventile kosten ja auch Geld + Aufwand für die externe Verrohrung... da braucht man evtl. paar Rohrstücke, Schneidringe und Überwurfmuttern...


1618982822528.png



 
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