Frage Zetor 10540 Zylinderlaufbüchsen

Dieter Fritz

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Servus.
Habe meinen 10540 in der Werkstatt da nach längerem Stillstand eine größere Menge Wasser im Motorenöl war. Nachdem der Kühler abgedrückt wurde und die Ölwanne abgebaut war sah man das an einer Zylinderlaufbuchse Kühlwasser austrat. Nach dem ziehen der Laufbuchse sah man das die O-Ringe der Laufbuchse etwas vedreht und defekt waren. Der Traktor ist Baujahr 1998 hat aber erst 3700 Std drauf .Die Werkstatt Vater und Sohn beide LKW-Landmaschinenmechanikermeister meineten das nach der Std Zahl eine solche Motorüberholung nicht anstehen dürfte. In den O-Ringen ist billiges nicht so hitzebeständiges Materil verbaut und die verdrehten O -Ringe dürften auch nicht sein Wurde wohl beim Einbau in Brünn gepfuscht. Da der Zylinderkofpf jetzt ehe abgebaut ist werden gleich alle Laufbuchsen mit neuen besseren blauen O-Ringen geliefert von Zetor eingebaut. Die alten hatten so eine kaffeebraune Farbe. Hat vob Euch jemand Erfahrung ob bei einer solchen Laufleistung ein derartiger Schaden normal ist.
 

Joachim

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Nun ja, er ist 21 Jahre alt und offenbar keine 180h im Jahr genutzt worden, was gerade für einen Turbo-Motor auf eine eher ungünstiges Nutzungsschema schließen lässt - viel Gelegenheits/Kurzbetrieb. Also Kiste an, Leistung abfordern, Kiste aus. Ich mach ja schon mit meinem 5011 und nur 4 ha Heu (1 Schnitt !) plus paar Treffen Ausfahrten ca. 80 h im Jahr... ;)
Will sagen, womöglich haben ungünstige Betriebsbedingungen oder eben ein Fehler bei der Montage zu dem frühzeitigen Ausfall geführt. Normal ist das nicht! Gerade die 4-Zylinder der Modellreihe waren und sind bekannt als Robuste Maschinen.

Was ich aber immer wieder erlebe, ist folgendes: Man kaufte den Zetor weils der günstigste bzw. der mit der erstmal besten Preis/Leistung war. Und dann wird gerne mal bei der Auslastung geschindludert und noch gerner werden Wartungsintervalle beliebig verlängert oder ganz ausgelassen. Etwas, was man dem Fendt oder John Deere nie antun würde, waren schließlich teuer und stehen für nen Status bei manchem. Und dann kommen, wie wir ja auch hier im Forum leider immer mal erleben, noch Werkstätten hinzu, die ihren Job nicht richtig machen.
Am Ende heist es dann, der Zetor sei Müll, tauge nichts (was ich zumindest für die mir bekannten Serien absolut abstreiten würde). Und wenn dann schon der Schlosser mit Unlust an die "Ost-Karre" ran geht, weil er andere Marken geiler findet oder wenn er nie und unzureichend auf Zetor geschult wurde, dann kanns nur nach hinten los gehen.

Ich weiß nicht was die damals eingebaut haben (braune Ringe) aber ich denke mal schon das, im Gegensatz zur UR1 wo früher NBR verwendet wurde und erst später dann Silikonringe, das Material ansich ok war und gerade die Färbung nur unzureichend Rückschlüsse auf das Material zulässt. Silikon-Oringe kenne ich in weiß, rot, braun und schwarz (was ich echt scheiße finde, weil so kaum noch von NBR (immer schwarz) unterscheidbar).
Bei der UR1 hat Zetor bei original Zetor Laufbuchsen weiße Silikondichtringe bei, und bei den Nachbausätzen des gleichen Produzenten sind es blaue. Ob es nen Unterschied macht - ehrlich, mangels belastbaren Fakten kann ichs nicht sagen.

Auf jeden Fall ist der 10540 ja der größte mit dem 4-Zylinder, die anderen hatten doch dann den Same Motor drin, der als etwas problematischer galt. Und auch wenn es bei einem 10540 sicher mehr Aufwand ist als beim 7245 z.B. dürfte es nach 21 Jahren ! (Material altert eben auch) nun kein Beinbruch sein. Zu hinterfragen wäre z.B. auch, wie oft in den 21 Jahren das Kühlmittel erneuert wurde bzw. ob überhaupt, auch das altert ja bekanntlich und soll zu Recht nach Wartungsplan auch mal komplett erneuert werden.

Ich kenne genug Schlepper dieser Modellreihe, die die 9.999 h schon hinter sich haben und kaum Probleme machten - diese wurden dann aber meist auch regelmäßiger und länger belastet sowie nach Vorgaben gewartet.
 
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