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Bericht Umbau Seilwinde auf Funkfernsteuerung

Dieses Thema im Forum "Anbau- und Anhängegeräte, Anhänger und Zubehör" wurde erstellt von alpenmann10, 24.04.2016.

  1. alpenmann10

    alpenmann10 Mitglied

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    Nachdem ich euch ja vor einiger Zeit über den Umbau/ die Erweiterung der Hydraulik meines 6911 berichtet habe nun endlich der Bericht zu einer der Ursachen des Ganzen.

    Ich habe mir unmittelbar vor dem 6911 eine 4,5 T. Seilwinde der Marke BGU, mit manueller Ansteuerung (Schnürl), zugelegt. Sicher könnte man an den 6911 ja auch was Größeres anhängen, aber für meine Zwecke – Brennholzaufarbeitung in sog. Flächenlosen und da und dort mal was fällen – ausreichend und erschwinglich.
    Zetor BGU.JPG
    eigenes Bild (Schlepper mit Winde)

    Nun trotz div. „Mitarbeiter“ bin ich als Schichtdienstarbeiter mit viel Wochenenddienst oft allein und die oftmals vielfache Bergauf und ab Schinderei wegen festhängen der Zuglast nervte sehr. Zumal bei uns praktisch keine ebenen Flächen existieren. Holz machen bedeutet hier immer teils sogar sehr steile Hänge.

    Ich machte mich also, mit wenig Vorkenntnissen, auf die Suche nach einer Möglichkeit das Ganze auf Funkfernsteuerung umzubauen.
    Dank Internet finden sich eine ganze Menge Meinungen und Eigenheiten verschiedener Möglichkeiten. Letztlich stellte es sich ja sogar heraus, dass je nach Schlepper Unterschiede vorhanden waren.

    Nachdem ich mir Seitenweise Stichpunkte – zu Beachtendes – Kniffligkeiten - etc. zusammen geschrieben hatte machte ich mich auf die Suche nach einem Bausatz o.ä.
    Wohl wissend dass ich bei euch ja auch ne Menge an Tipps bekommen würde wars mir einfach trotzdem zu heiß irgendeine Funksteuerung zu kaufen und den Rest selbst zusammen zu basteln.
    So stieß ich schnell auf den Bausatz der Fa. Holzleitner GmbH. Hier sollte ich alles notwendige – also ab meinen ja inzwischen vorhandenen Anschlüssen: 1 x Druck und 1 x Druckloser Rücklauf jeweils Steckkupplung- in einem Satz bekommen.

    Beispielwinde.JPG Funk.jpg
    (Beispielwinde) (Fernbedienung und Empfänger)
    Quelle: Fa. Holzleitner (Schriftliches Einverständnis für die Nutzung in diesen Bericht liegt vor) (Joachim brauchst du das direkt)


    :denk2:Ja wie es dann oft so ist: Beim Nachlesen der Möglichkeiten die die Steuerung bietet kamen dann natürlich schnell die weiteren Begehrlichkeiten – Anfangs sollte man ja einfach nur ferngesteuert Ziehen können.

    Nach einigen E-Mails mit dem Verkäufer habe ich mir dann die Steuerung mit allen Hydraulikteilen bestellt. Beschlossen war gleichzeitig alle technischen Möglichkeiten nach und nach zu nutzen – allerdings war die Umsetzung noch völlig unklar. Es sollte also neben den Funktione:
    Ziehen und Winde Lösen
    Auch
    Start/Stop des Schleppers
    Betätigung des Gases + und -
    Betätigung der Hupe
    realisiert werden.
    Schon nach kurzer Zeit (sogar auf Rechnung aus dem Ausland!) kam das georderte, inklusive des zusätzl. Gasstellmotors.
    Sender + Empfänger.JPG Hydraulikkomponenten.JPG
    (Steuerungsteile / Hydraulikkomponenten)
    Quelle: eigen Bilder


    Ich bin da nun einer von denen die sowas erstmal in der Hand haben muss, dann kann die technische Umsetzung endgültig geplant und begonnen werden.

    Bei der Suche im Netz hatte ich die abenteuerlichsten Befestigungen der Hydrauliksteuerblöcke, Funkempfänger, Hydraulikleitungen und Elektrik gesehen. Hier wollte ich unbedingt eine sehr stabile und ordentliche Befestigung – letztlich kenne ich meine „Helfer“ und da geht’s manchmal ordentlich zur Sache. Manche Elektrik Bausteine waren z.B. nur irgendwo „aufgehängt“ so würde das sicher nicht lange

    halten. Ausserdem galt es sich in die Elektrik einzudenken und das ganze möglichst kompakt zu gestalten – was mir mit den gelieferten Kabeln auch nicht recht gefallen wollte. Alles ist aufgebaut für eine Befestigung des Empfängers an der Winde. Zum einen konnte ich keinen richtig geschützten Platz hierfür finden zum anderen müssen alle Zusatzfunktionen im Empfänger extra abgegriffen werden – nur wie dann von der Winde zum Schlepper kommen.
    Schnell war also klar, die Verkabelung wird komplett geändert, was sich letztlich nicht einmal so schwierig gestaltete.

    Außerdem legte ich von vorne herein Wert darauf gegebenenfalls die Winde auch weiterhin, ohne allzu großen Aufwand, manuell bedienen zu können. (Anderer Schlepper ohne Hydraulikanschluss/ Defekt eines Bauteils o.ä.)

    Seilwinde .JPG
    (Anfangszustand der Winde)
    Quelle: eigenes Bild


    Nach genauerer in Augenscheinnahme meiner Winde stellte ich fest, dass nur unterhalb des Anschlusses der Zapfwelle ein Freiraum vorhanden ist. In diesen würde der Steuerblock passen. Allerdings mußte die vorhandene Abdeckung verändert werden und eine Befestigung für den Steuerblock geschaffen werden.

    Abdeckung.JPG Befestigung1.JPG

    Quelle: eigene Bilder
    Die Abdeckung wurde abgewinkelt, an der passenden Stelle 2 Gewindebolzen zur Befestigung angeschweißt. Zum Einbau des Steuerblocks habe ich ein Stahlblech eingepaßt, in der Mitte mit einer Öffnung versehen und die Befestigungslöcher gebohrt. Dann wurde das Blech eingeschweißt.


    Am Steuerblock selbst befanden sich 2 Verschraubungsmöglichkeiten. Diese schienen mir zum Einen teils schlecht nutzbar und zum Anderen irgendwie auch etwas instabil. Das Gewicht des Steuerblocks im Vergleich zu der in Fahrt auf einem Feldweg doch evtl. ordentlich „schlagenden“ Seilwinde ist doch ganz ordentlich.

    Steuerblock1.JPG Steuerblock2.jpg
    Quelle: eigene Bilder
    Alle notwendigen Hydraulischen Anschlüsse befinden sich auf der Unterseite. In der Hoffnung dass die ja noch neuen Dichtungen im Steuerblock dies überstehen würden zerlegte ich den Block und bohrte an den 4 Ecken des Fußteils 4 neue Befestigungen – so konnte ich diesen außerhalb des Bereichs der Anschlüsse verschrauben.


    Steuerblock3.JPG Steuerblock4.JPG
    Quelle: eigene Bilder
    Der Steuerblock wurde nun mal zur Probe eingebaut.


    Befestigung2.JPG
    Quelle: eigenes Bild
     
    Zuletzt bearbeitet: 24.04.2016
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  2. Joachim

    Joachim Zetor Teilehändler Mitarbeiter

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    Schöner Bericht und noch dazu mit noch schöneren Fotos... :D ;)
     
  3. alpenmann10

    alpenmann10 Mitglied

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    Dann wurden die neuen Teile erst mal lackiert und das ganze wieder eingebaut. Die Fittings in den Steuerblock einbebaut und die ersten Hydraulikleitungen verschraubt. Dies sind: 1 x Druckleitung vom Schlepper, 1 x Druckloser Rücklauf zum Schlepper, 2 Druckleitungen vom Steuerblock zu den jeweiligen Hydraulikzylindern. Die Leitungen wurden gleich noch mit dem passenden Schutzüberzug versehen.

    IMG_1754.JPG IMG_1755.JPG IMG_1756.JPG
    Quelle: eigene Bilder

    Als nächstes mußten erst einmal alle Stellungen der Bedienhebel sowohl im Ruhezustand, als auch in „Arbeitsstellung“ am Gehäuse markiert werden. Dann wurde die Seilbedienung demontiert. Die original Befestigungen bleiben vorhanden um sie gegebenenfalls einfach nutzen zu können. Die Seilzüge habe ich hierzu mit Karabinern versehen um sie einfach wieder einhängen zu können.

    Seilwinde Detail1.JPG


    Quelle: eigene Bilder
    Dann habe ich ein Eisenwinkel passen abgelängt und Befestigungen für die beiden Hydraulikzylinder aufgeschweisst. Der Winkel wurde nach dem Lackieren mit der Winde verschraubt. Beide Hydraulikzylinder müssen so ausgerichtet werden dass sie zum einen in gerader Richtung belastet werden und keine Knickbelastung eintritt.
    Beide Zylinder sind zudem in den Befestigungsaugen beweglich. So können sie in gewissem Rahmen der Zugrichtung folgen und können zudem bei Nutzung der Seilzüge einfach nach links weggeschwenkt werden.


    IMG_2224.JPG IMG_2225.JPG
    Quelle: eigene Bilder
    Weiterhin habe ich im Endbereich der Zylindergrundkörper eine „Stütze“ angebracht die so hoch ist, dass die beiden Zylinder nicht unter die Zugrichtung fallen können.

    IMG_2223.JPG
    Quelle: eigene Bilder
     
    Zuletzt bearbeitet: 24.04.2016
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  4. alpenmann10

    alpenmann10 Mitglied

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    Danke Joachim
    Diesmal habe ich großteils bereits beim Bau dran gedacht will mich hier ja auch mal etwas betätigen und revangieren!!!
    demnächst gehts weiter!
     
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  5. frieda

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    Ein sehr schöner Bericht.
    Das regt sicher den ein oder anderen zum Nachbau an! :like
     
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  6. alpenmann10

    alpenmann10 Mitglied

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    Und weiter gehts:
    Als nächstes galt es nun eine Verbindung zwischen den Hydraulikzylindern und den Betätigungshebeln der Seilwinde herzustellen. Nach einiger Suche im Netz habe ich mich für VA Schäckel, Ketten und Karabiner für die Verbindung zwischen Hydraulikzylinder und Betätigungshebel entschieden. Beides muss insoweit zusammenpassen, dass die Kette zwar die Belastung aushält, kleingliedrig ist um möglichst fein „Einstellen“ zu können und trotzdem die Schäckel / Karabiner noch durch die Glieder und die Befestigungsaugen passen. Das war ne schöne Sucherei und trotzdem musste ich an den Schäckeln etwas nachschleifen.

    Verbindung Hydraulikzylinder.JPG
    Quelle: eigenes Bild
    Bei den gelieferten Hydraulikzylindern handelt es sich um doppeltwirkende Zylinder. Nach allen im Netz gefundenen Erfahrungen galt es nun zu klären ob die Hydraulikzylinder ordnungsgemäß ein-, aber auch zügig wieder ausfahren, da in den neueren Zylindern keine internen Rückzugsfedern mehr verbaut sind. Insbesondere ist dies von Bedeutung um gegebenenfalls beim beenden des Ziehvorgangs einen schnelle Seil- und damit Laststopp zu erreichen.
    Irgendwie scheinen diverse Winden / Hydraulikzylinder da sehr unterschiedlich zu reagieren.

    Beim Zusammensuchen der noch notwendigen Bauteile stellte ich fest, das 3 T-Stücke, 2 kurze Schläuche und ein Manometer erschwinglich sind und bestellte diese gleich mit (dies wird mehrfach empfohlen um einen schnellen Rücklauf der Zylinder zu gewährleisten).
    Durch den Manometer bietet sich zum einen die Möglichkeit die Druckverhältnisse immer mal wieder im Blick zu haben und zum anderen wird zum Einstellen des Betriebsdrucks am Steuerblock eh ein Manometer benötigt. (Musste zudem bisher 2 mal nachgestellt werden)

    Je ein T-Stück wurde in die Verbindung Steuerblock – Arbeitszylinder (vorderer Anschluß) = Kolben wird eingefahren eingebaut. Von diesem geht dann der zusätzliche Schlauch auf den jeweils anderen Arbeitszylinder(hinterer Anschluß). Dadurch wird beim Druckaufbau der jeweils andere Zylinder sofort vollständig ausgefahren und damit recht schnelle Rückstellung vorgenommen. Das 3. T-Stück kommt in einen der beiden Systeme (bei mir Winde lösen) und zeigt im Betätigungsfall den anliegenden Druck. (würde ich inzwischen auf die Zugseite montieren)
    IMG_2227.JPG IMG_2233.JPG IMG_2235.JPG
    Quelle: eigene Bilder

    Bei der ersten Inbetriebnahme muß zu allererst jedoch am Steuerblock der Druck am vorhandenen Begrenzungsventil lt. Anleitung eingestellt werden (40-50 bar/ausprobieren).
    Achtung – bei der Gelegenheit habe ich mir gleich den ersten Manometer ruiniert, der Druck war einfach zu hoch – beim nächsten Mal schön vorsichtig und es ging.

    Schnell wurde dann bereits bei den ersten vorsichtigen Versuchen klar:
    1. Das Abwickeln/Lösen des Seiles funktionierte einwandfrei.
    2. Wenn gezogen wird und ich den Bedienknopf los lasse, läuft das Seil doch noch gehörig weiter.
    Nach der Kontaktaufnahme mit dem Lieferanten der Steuerung war klar ein Eingriff in die Programierung war auf Grund vorhandener Zulassung der Steuerung nicht möglich (Gedanke war, durch kurze Ansteuerung die Gegenseite mit Druck zu versorgen)
    Es blieb mir also nichts anderes übrig als, wie teils im Netz schon angedeutet auch noch eine „Rückzugsfeder“ mit zu verbauen.

    Hierzu hab ich mir dann verschiedene Federn bestellt und etwas experimentiert. Es bedurfte dann doch einer recht stabilen Feder um ein Stop des Seils unmittelbar nach dem Loslassen zu erreichen. Inzwischen läuft die Last noch ca. 20 – 30 cm nach.
    Zum Einbau: Mittels einer 3. Kette wurde die Feder zwischen Seilwindenrahmen und dem Zugzylinder (Seil aufwickeln) positioniert. Die Kettenlänge wurde so eingestellt, dass die bei jedem Ziehen sich dehnende Feder ausreichen Kraft hat um dieses bei Lastabfall auch zügig zu stoppen, aber dennoch möglichst wenig Gegenkraft zum Nachteil des Zeihvorganges entwickelt.
    IMG_2221.JPG
    Quelle: eigenes Bild

    Damit war nun der mechanische Teil des Umbaus an der Winde selbst erledigt.
    Mit der Elektrik gehts demnächst weiter.
     
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  7. alpenmann10

    alpenmann10 Mitglied

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    Nun zur elektrischen Anlage
    die natürlich für den Funktionstest auch schon funktionieren mußte und überwiegend den 6911 betraf. Sonst hätte ich einfach zuviele Kabel zwischen Traktor und Winde verlegen müssen. Die original beigefügte Verkabelung wird lediglich mit einer Anhängeranschlußdose verbunden - dann befindet sich jedoch der Empfänger direkt an der Winde und alle weiteren Funktionen müssen dort abgegriffen werden. Ich wollte jedoch den Empfänger in der Kabine verbauen, hier scheint er mir wesentlicher geschützter.:denk

    Die beiden Kabel (je 2 Litzen)der Steuerrelais der Hydraulikventile wurden durch die Winde und ein Leerrohr nach oben gezogen. Die Ventile selbst verfügen übrigens noch über FunktionsLED, so dass deren Elektrische Betätigung optisch nachvollziehbar ist. Am Schutz der Winde wurde eine Verkabelungsdose aus Alu – Wasserdicht – angebracht und das Kabel hinein geführt.
    IMG_1764.JPG Hydraulikzylinder.JPG
    Quelle: eigene Bilder

    Im Netz wurde ich dann im Bootszubehör auch fündig. Eine verschraubbare vierpolige wasserdichte VA Aussendose für Boote wurde direkt auf die Kabelbox montiert. Ein Kabel mit dem passende Stecker auf beiden Seiten – natürlich wiederum Wasserdicht - bildet die Verbindung zu meinem 6911 und kann jederzeit abgeschraubt werden.

    Dose.JPG Anschluß Winde.JPG
    Quelle: eigene Bilder

    Ich hatte schon vor einiger Zeit rechts eine „Materialkiste“ konstruiert um Platz fürs Radio, den Unterlegkeil, Getränkehalter sowie div. Werkzeuge etc. zu haben. Hierauf habe ich den Empfänger der Fernsteuerung sowie eine notwendige Elektroverteilerdose montiert.
    Zum einen ist der Empfänger so recht günstig platziert, zum anderen lassen sich alle Funktionen auf kurzem Weg im Empfänger abgreifen und über die Dose weiter verdrahten. Der dem Bausatz beigefügte, an sich fertig verdrahtete, Kabelsatz wurde entsprechend getrennt.

    Innenraum.JPG Elektrik 0.JPG Elektrik 1.JPG
    Quelle: eigene Bilder

    In die Verdrahtungsdose wurden noch insgesamt 4 Kfz Lastrelais eingebaut. 2 werden für die Schaltung des Gasstellmotors benötigt, als Polwendeschaltung ausgeführt und mit den Gas + und – Funktionen am Funkempfänger verbunden. Je ein Relais wird für die Betätigung der Hupe und des Anlassers benötigt. Ausserdem habe ich dem System hier einen Hauptschalter spendiert und mein Sohn hat das ganze noch mit einer blauen LED für den Betriebszustand aufgerüstet.
    Die Verteilerdose, bzw. das ganze System wurde mit Strom aus einer freien / neuen Sicherung versorgt. Alle Einzelleitungen wurden hierin verdrahtet.
    Elektrik Zetor.JPG
    Quelle: eigenes Bild
     
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  8. Napi

    Napi Mitglied

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  9. alpenmann10

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    Meine hatte ich auf die Schnelle bei E-bay gefunden. Dachte wenn sie auf nem Boot im Freien taugen wirs am Traktor auch gehen - Bis dato schlagen sie sich zumindest wacker.
     
  10. alpenmann10

    alpenmann10 Mitglied

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    weiter gehts mit der Elektrik etc.:

    Zunächst habe ich mich dann mit dem Gasstellmotor befasst, galt es doch einen relativ geschützten und trotzdem günstigen Befestigungsort zu finden. Da in meiner Kabine eigentlich nirgendwo Platz ist blieb nur die Möglichkeit am Motorbock selbst, ausserdem sollte die Verbindung zum Gasgestänge möglichst unproblematisch erfolgen. Weitere Wege und Ecken bringen hier schnell Probleme mit sich.
    Es lag schnell nahe – zumindest als ich mit über die Funktionen unserer Zetors im Klaren war – den Motor direkt im Bereich der Einspritzanlage zu montieren.
    Stellmotor1.JPG
    Quelle; eigenes Bild
    Ich beschloss dann den Motor auf die vorhandenen Gewinde am Deckel zur Kupplungsglocke aufzusetzen. Ich habe 2 Stehbolzen aus dem Heizungsbereich verwendet die zufällig genau passten, mit einem Lochstreifenstück verbunden und daran den Gasstellmotor befestigt und ausgerichtet.

    Stellmotor2.JPG
    Quelle: eigenes Bild

    Bei den Vorüberlegungen stellte ich fest, dass unsere Technik hier sehr hilfreich war. Bei vielen Traktoren muss man um diese auszuschalten div. Schalter/Gestänge bedienen, bei uns reicht es das Gas ganz weg zu nehmen. Genau dies ist mit dem Gasstellmotor allerdings völlig unproblematisch. Ich habe den montierten Motor lediglich mit einem entsprechend abgelängten dünnen Drahtseil und Klemmen, sowie Drahtendenklemmen mit dem Betätigungshebel der Einspritzpumpe verbunden. Diese hatte zudem schon eine passende Bohrung welche ich nutzen konnte.
    Ich wollte hier eine nicht starre Verbindung – mit dem Vorteil, dass ich bei im Standgas laufendem Motor und angehängter Last einfach normal losfahren und das Holz wegrücken kann.

    Von der Gesamtfunktion ist hier zu sagen: Ich bediene meinen Zetor ganz normal. Im Wald nehme ich meine Funkfernbedienung und betätige meinen Gasstellmotor solange bis sich das eingestellte Standgas leicht erhöht und nehme dann das normale Standgas ganz zurück. Nun kann ich jederzeit mittels Fernbedienung weiter Gas geben oder aber solange Gas weg nehmen bis er Zetor aus geht. Bevor ich den Fernsteuerungsbetrieb beende muß ich das manuelle Standgas wieder einstellen und den Gasstellmotor ganz ausfahren. Der Gasstellmotor ist mit einer Poolwendeschaltung mit zwei Relais verbunden.

    Für die Start Funktion habe ich den Startknopf samt Federschalter an der Kupplung überbrückt und auf das 3. Lastrelais gezogen, von wo nun der Anlasser angesteuert wird. Dieses ist natürlich mit der entsprechenden Funktion am Empfänger verbunden. Zum Starten muß nun lediglich das Gas hochgefahren und der Startknopf gedrückt werden.

    Für die Hupenfunktion wurde ebenfalls ein Kabel zum 4. Lastrelais geführt und dieses mit der passenden Funktion im Funkempfänger verbunden.
    Noch einen Blick in die Verdrahtungsdose.
    Schaltkasten.JPG Schaltkasten2.JPG
    Quelle: eigene Bilder

    Ich hoffe das ganze ist soweit verständlich erläutert, bei Fragen – immer zu – noch weiß ich das meiste. Einen elektrischen Schaltplan habe ich bis dato nicht kann da aber gegebenenfalls auch noch das eine oder andere beitragen wo es benötigt wird.

    Sicher wird auch die Frage nach den Kosten kommen:
    Neben damals 800,-€ für die Steuerung nebst Zubehör liefen an Kosten für den Umbau der Winde - Elektrik + Tragegurt für den Funk ca. 200,- € auf.
    Wobei natürlich mein schon beschriebener Umbau der 6911 Hydraulik in einem gewissen Rahmen sicherlich mit zu zählen wäre.

    Mein Fazit nach inzwischen einer Holzsaison.
    -Gegen früher ein absoluter Traum, vieles geht deutlich einfacher wenn man zur Last sieht.
    -Es ist einfach toll wenn der Traktor nur läuft wenn man ihn tatsächlich braucht.
    -Ausser nachstellen des Drucks und einmal der Rutschkupplung an der Winde keinerlei Probleme bis jetzt
    -Natürlich sind div. Risiken entsprechend zu beachten :
    Von der laufenden Last, insbesondere bei Bündeln sollte man deutlichen Abstand halten denn die schlägt über sollte – sonst lernst du es schmerzlich(hoffentlich nicht mehr)
    Die Traktorleistung (übrig mit 64 PS) und die Zugrichtung müssen beachtet werden sonst siehst du den Schlepper von weitem kippen und kannst logischer Weise dann nicht mehr reagieren. Doch das liegt am System und nicht an der Technik.

    Ihr seht mich also rundherum zufrieden!
    Auch bei meinen Mitarbeitern ist das ganze sehr beliebt geworden
     
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  11. Joachim

    Joachim Zetor Teilehändler Mitarbeiter

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    Die Ansteuerung der ESP finde ich interessant. Wieder ein toller Bericht. :like
     
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