Bericht Projekt Energiewende - Haus und Hof

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Joachim

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Ich denke, nicht wenige von uns leben auf dem Dorf, die meisten wohl im eigenen Heim und viele gar mit eigenem Hof.
Deshalb möchte ich mal mit unseren Gedanken und Plänen zum Thema Energiewende hier etwas vorstellen und zur Diskussion stellen.


Bestand:
  • 2-stöckiges altes Bauernhaus mit dicken Stampflehmwänden (50-60 cm) von mutmaßlich ca. 1860
  • 2005 Grundsanierung, Dach neu (nicht gedämmt, nicht ausgebaut), Fenster (Doppelverglasung) und Türen neu, Fußböden (Erdgeschoss Fliesen, Obergeschoss Laminat) komplett Fußbodenheizung, Decken alle Abgehangen. 2010 Dämmung des West-Giebels (48er Massivwand aus DDR-Schwerbetonsteinen (hohl)) mit 15cm Mineralwolle - rest vom Haus nicht da schon 40 cm Lehmwand in etwa einer 50 cm dicken Wand aus Hohllochziegeln entsprechen bei der Wärmeisolierung.
  • Heizung: 14,7 kWh Holzpelletkessel, 20m³ Pelletsilo, 1.000L WW Pufferspeicher
  • Warmwasser: Luft-Wasser-Wärmepumpe (LWWP) mit 300l eigenem Puffer
  • Stromverbrauch ca. 5.000 kWh/a, ca. 10 kWh/d Stromverbrauch in der Dunkelphase im Januar
Aktuell in Ausführung (wenn denn mal geliefert):
  • rund 30 kWp PV-Anlage (20 kWp auf Süd-Dach und 10 kWp auf Ost-Dach) mit 10 kWh Speicher
In Planung (Planungsgedanken):
  • 15-18 kWh LWWP zusätzlich installieren, und soweit möglich von der PV-Anlage speisen. Der Pelletkessel bliebe dann für die Grundlast erstmal noch drin.
  • eventuell in 1-2 Jahren noch einmal rund 30 kWp PV-Anlage auf ein West-Dach (erstmal abwarten wie es mit der aktuellen Anlage dann läuft)
  • wenn mal das Auto der Frau aussteigt, eventuell ein erstes E-Auto - aber das passiert erst wenn die DEKRA Frau und Auto mal trennen. ;)

Warum...?
  • ... nicht ausschließlich Pellets?
    Weil die bereits jetzt um rund 100% teurer geworden sind als noch letztes Jahr um die gleiche Zeit, dazu die steigenden Stromkosten und auch eine Pelletheizung verbraucht nicht unerheblich Strom.
  • ... Wärmepumpe als Heizung?
    Gute Wärmepumpen kommen im Jahresschnitt auf eine Arbeitszahl von ca. 3 - d.h. im Schnitt werden aus 1 kWh Strom ca. 3 kWh Wärme. Im Sommer sind Arbeitszahlen von 3,5-5 möglich, im Winter kanns runter gehen auf 1,5-2. Die Wärmepumpe erscheint mir rechnerisch sinnvoll, solange genug Strom vom eigenen Dach kommt und man in Überflussphasen genug Pufferspeicher füllen kann. Ich denke an 1-2m³ WW_Speicher
  • ... keine Solarthermie, also direkte Wärme?
    Wann bringt diese die meiste Wärme? Wenns draußen warm und sonnig ist. Natürlich auch in der Übergangszeit, aber eben nicht wie eine moderne PV-Anlage auch bei leicht bewölktem Himmel, hier ist die PV-Anlage im Vorteil. Außerdem kann Solarthermie "nur" warmes Wasser. PV kann Warmes Wasser, aber auch Strom und somit ggf. auch Mobilität sowie Heizung oder Kühlung. Ich hatte überlegt und gerechnet zusätzlich zur PV-Anlage eine kleine 4-6m² Solarthermieanlage zu bauen, aber der Knackpunkt sind die Installationskosten und die weiter komplizierter werdende Steuerung. Daher keine Solarthermie, dafür volles Dach für PV.
  • ... jetzt erst, bzw. warum jetzt wo es so teuer ist und nicht erst in 4-8 Jahren wenn der Boom nachlässt?
    Wir werden halt nicht jünger - eine PV-Anlage mit kurz vor Rentenalter zu bauen, heist oftmals dass man selbst die Rendite nicht mehr erleben wird. Daher jetzt, auch wenns schon bisl weh tut bei den derzeitigen Preisen. Und früher? Tja, da war Strom günstig genug, Pellets billig und das Einnahmen/Ausgaben-Verhältnis günstiger als heute und auf absehbar.

So - das wären meine 50 Cent zum Thema, mehr und vor allem Fotos gibts dann wenns denn mal endlich los geht aufm Dach mit der PV-Anlage. :cool:
 
Ruebe

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Ich hatte mir neulich auf Youtube ein paar anregende Videos von Andreas Schmitz angesehen. Der betreibt die Heizung in einigen Räumen mittels Klimaanlagen.
Vorteil, wenig Installationsaufwand, geringe Stückkosten und recht guter Wirkungsgrad.
Gespeist nur mit der eigenen Solarenergie.

Vielleicht ist das ja als Erweiterung für dich interessant?!

Gehe zu: https://youtu.be/BvI7A3NmY08
 
Joachim

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Na da fehlt mir der Mut und die Begabung - glaub der Herr Schmitz war doch auch promoviert oder? Der hat in Sachen Batterie/Solar echt was aufm Kasten.
 
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Das auf jeden fall.
Ich fand halt die lösung mit den 5 kleinen klimageräten (sind ja auch nur LuftWärmePumpen) ganz geil
 
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Spannendes Thema... Brüte auch seit Monaten über diesem Komplex.

Bestand:
  • Bauernhaus, 2 WE (170 qm + 190 qm)
  • dicke Mauern (teilweise 40-50 cm)
  • Mauerwerk: Ziegel, Flusssteine
  • keine Fassadendämmung
  • gestampfte Bodenplatte (kein Keller)
Nach Kauf folgende Sanierungen (seit 2018):
  • Neuer Dachstuhl inkl. Aufdachdämmung Steiwolle (30 cm) (2018)
  • Neue Dachfenster (2018)
  • Neue Holzfenster mit 2 fach Wärmeschutzverglasung (2022)
  • Ölheizung entfernt und durch neue Ölbrennwert ersetzt (2018)
  • Alle Heizungsleitungen erneuert + 90 % der HK (keine Fußbodenheizung vorhanden)
Geheizt wird zusätzlich mit einem Grundofen in jeder WE.

Aktuell in Planung:

PV Anlage mit 9,94 kwp und Hauskraftwerk 10 kwh. Hier ergab sich das Problem dass das Hauskraftwerk in dieser Serie aktuell nicht verfügbar ist. Hersteller bietet uns das nächst größere Modell zum gleichen Preis an (14 kwh). Leider wurden die falschen Dachhaken geliefert...die neuen haben eine Lieferzeit von mindestens 15 Wochen + x. Dann ist der Sommer fast rum :(

Überlegungen:

Damals die Ölbrennwert eingebaut weil sie durch die Kfw gut gefördert wurde. Eine Alternative hätte uns gute 30.000 € mehr gekostet. Das war im Budget leider nicht drinnen. Damals war auch noch kein Krieg :confused: Aber ich halte auch nix davon die nagelneue Ölbrennwert jetzt mit Förderung rauszureissen. Mit alten Fenstern haben wir gesamt ca. 3300 Liter Öl für beide WE zusammen gebraucht. Der nächste Winter wird den Unterschied zeigen.

Fürs Warmwasser lasse ich mir mit der PV Anlage einen elektrischen Heizstab in den Pufferspeicher bauen. Das Hauskraftwerk soll das intelligent steuern können.

E-Mobilität ist aktuell Fehlanzeige. Mir fehlt da noch die Relation. Bräuchte erstmal ein E-Auto welches 2000 t Anhängelast aufweist :unsure

@Joachim : darf man fragen welchen Speicher ihr wählt?
 
Florian_7745

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Der Heizstab im Pufferspeicher muss alle paar Jahre mal raus um diesen zu reinigen
 
Martin88

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Danke für den Hinweis! Gibt's einen bestimmten Grund? Kalk? ...da hätten wir nämlich eine Entkalkungsanlage verbaut
 
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Ja, die Kalken zu und dadurch hat man keine Leistung mehr
 
Joachim

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Heizstab ist auf mittlere und lange Sicht zu teuer. Vielleicht doch mal über eine LWWP nachdenken, die gehen bei 1.500 Euro los und bringen mehr Wärme aus der Kilowattstunde Strom. Gibt online bei Youtube da viele gute und leider auch nicht wenige falsche Videos. Ein guter erster Anlauf ist der Kanal vo "Weissnichts Wellt", der zumindest einfache Renditerechnungen macht und in der Regel nichts schön rechnet weil er auch nichts zu verkaufen hat.

Heizstab ist erstmal billiger - klar, aber bei der Effizients hängt ihn eine BW-LWWP dann doch schnell ab.

Wenn Heizstab, dann Gleichstrom - nur die sind leider noch teurer als die ohnehin überteuerten normalen Heizstäbe. ;) Und ändern nichts an deren Effizients die halt grob gesagt bei nur 1:1 liegt, wohingegen die WP auf 1:2 bis 1:4 kommt und deshalb mittel/langfristig günstiger/wirtschaftlicher ist.
 

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